Bohrinsel wegen Explosionsgefahr evakuiert
Aktualisiert

Bohrinsel wegen Explosionsgefahr evakuiert

Von der norwegischen Bohrinsel Statfjord A sind am Samstag grosse Mengen Öl in die Nordsee geflossen. Die zeitweilige Explosionsgefahr als Folge von Gasbildung konnte beseitigt werden. Die Bohrinsel wurde zum grossen Teil evakuiert.

160 der 217 auf der Bohrinsel arbeitenden Männer und Frauen waren in grösster Eile per Helikopter auf benachbarte Plattformen des Statfjord-Feldes evakuiert worden. Die Umgebung der Bohrinsel wurde auf einer Fläche von drei Quadratkilometern mit Öl bedeckt.

Öl ins Meer gepumpt

Das Leck wurde am Samstagmorgen um 06.30 Uhr entdeckt. Seit dem Morgen war aus einem der drei als Tanks benutzten Betonpfeiler der Plattform Öl ausgetreten. Wegen Bildung gefährlicher Gase durften nur knapp 60 für die Not-Arbeiten benötigte Spezialisten auf Statfjord A bleiben.

Um die Explosionsgefahr zu vermindern, pumpten sie weiteres Öl aus dem leckgeschlagenen Tank in die Nordsee. Diese Operation sei erfolgreich abgeschlossen, erklärte ein StatoilHydro-Sprecher am Nachmittag.

Lage auf Bohrinsel «unter Kontrolle»

Spezialschiffe kümmerten sich um die Entsorgung des in die Nordsee ausgetretenen Öls. Wie viel Öl ins Meer geflossen ist, war unklar. Der lecke Öltank enthält Firmenangaben zufolge 1,3 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter).

Man habe die Probleme nun unter Kontrolle, meinte der Konzernsprecher. Er bezeichnete das Leck als «alles andere als alltäglich».

Die Plattform Statfjord A ist seit 1979 in Betrieb und eine der ältesten auf den norwegischen Gas- und Ölfeldern in der Nordsee. Sie liegt rund 200 Kilometer westlich von Bergen an der Grenze zum britischen Festlandsockel.

Sicherheitsprobleme

Die norwegische Umweltorganisation Bellona warf StatoilHydro «leichtfertigen Umgang» mit Sicherheitsproblemen bei der Ölförderung vor.

Sie verwies auf einen ähnlichen Vorfall auf Statfjord A im letzten Jahr, bei dem die Besatzung viel zu spät reagiert habe. Der teilstaatliche Konzern StatoilHydro ist der mit Abstand grösste Förderer von Öl und Gas aus dem norwegischen Teil der Nordsee.

(SDA/AP)

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