Aktualisiert 05.06.2014 16:45

Nigeria

Boko-Haram überfällt vier Dörfer – 500 Tote

Die Terroristenorganisation Boko Haram hat in Nigeria vier Siedlungen überfallen, Häuser angezündet und bis zu 500 Menschen getötet – darunter auch Babys.

Abubakar Shekau ist der Chef der Islamistensekte Boko Haram.

Abubakar Shekau ist der Chef der Islamistensekte Boko Haram.

Boko-Haram-Extremisten haben bei neuen Angriffen im Nordosten Nigerias nach Angaben von Dorfältesten 400 bis 500 Menschen getötet. Augenzeugen zufolge überfielen die schwer bewaffneten Islamisten am Dienstagabend vier Siedlungen, töteten Männer, Jungen und sogar Babys und brannten Häuser, Moscheen und Kirchen nieder.

Betroffen waren die Dörfer Goshe, Attagara, Agapalwa und Aganjara im nordöstlichen Staat Borno. Eine genaue Opferzahl könne bislang nicht genannt werden, da die Boko-Haram-Kämpfer derzeit die gesamte Region kontrollierten, sagte der Abgeordnete Peter Biye am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Anschlag in Nigeria fordert über hundert Todesopfer

Kämpfer noch immer vor Ort

Überall in den Dörfern lägen Leichen und niemand könne die Toten bestatten, weil die Kämpfer noch immer vor Ort seien. Wer fliehen konnte, sei geflohen. Bestätigt sich die hohe Opferzahl, wären es die blutigsten Attacken von Boko Haram seit Beginn ihres Aufstands vor fünf Jahren.

Am Donnerstag attackierten mutmassliche Boko-Haram-Kämpfer auch die Stadt Madagali im Staat Adamawa. Dort überrollten sie einen Kontrollposten der Streitkräfte und setzten eine Kirche in Brand, wie der Bürgermeister mitteilte. Auch ein Verwaltungsgebäude sei niedergebrannt worden.

Die Extremisten kämpfen seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamistischen Staat. Bei zahllosen Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen wurden allein in diesem Jahr schon mehrere tausend Menschen getötet. Für Entsetzen sorgte zuletzt auch die Entführung von fast 300 Schülerinnen durch die Islamisten Mitte April. (sda)

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