Aktualisiert

Streit wegen Bergbau-GesetzBolivianischer Minister zu Tode geprügelt

Boliviens Vize-Innenminister Rodolfo Illanes wollte mit streikenden Bergarbeitern verhandeln. Diese prügelten den Politiker zu Tode und liessen seine Leiche am Strassenrand liegen.

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Die Leiche von Boliviens Vize-Innenminister Rodolfo Illanes wurde in der Nacht vom 25. August 2016 am Rand einer Strasse in der Ortschaft Panduro entdeckt.

Die Leiche von Boliviens Vize-Innenminister Rodolfo Illanes wurde in der Nacht vom 25. August 2016 am Rand einer Strasse in der Ortschaft Panduro entdeckt.

Screenshot Youtube
Streikende Bergarbeiter hatten Stunden zuvor den Politiker entführt und gefoltert. Illanes soll an den Folgen der Schläge gestorben sein.

Streikende Bergarbeiter hatten Stunden zuvor den Politiker entführt und gefoltert. Illanes soll an den Folgen der Schläge gestorben sein.

Screenshot Youtube
Die Bergarbeiter protestieren gegen ein kürzlich verabschiedetes Bergbau-Gesetz. Die Vereinigung der Bergbaukooperativen, Fencomin, hat zu unbefristeten Protesten aufgerufen, nachdem Verhandlungen mit der Regierung gescheitert waren. Die Fencomin war einst ein enger Verbündeter des linken Präsidenten Evo Morales (rechts).

Die Bergarbeiter protestieren gegen ein kürzlich verabschiedetes Bergbau-Gesetz. Die Vereinigung der Bergbaukooperativen, Fencomin, hat zu unbefristeten Protesten aufgerufen, nachdem Verhandlungen mit der Regierung gescheitert waren. Die Fencomin war einst ein enger Verbündeter des linken Präsidenten Evo Morales (rechts).

Screenshot Youtube

Am Donnerstag wurde die Leiche von Boliviens Vize-Innenminister Rodolfo Illanes am Rand einer Hauptstrasse in der Ortschaft Panduro abgelegt – eingehüllt in einer blauen Wolldecke. Nach Darstellung der Regierung wurde der 56-Jährige «brutal und feige» ermordet. Möglicherweise stecken streikende Bergarbeiter hinter der Tat.

Vize-Minister Illanes habe mit den Streikenden sprechen wollen, sagte der bolivianische Kabinettsminister Carlos Romero am Donnerstagabend im Fernsehen. Er sei aber von Bergarbeitern abgefangen und verschleppt worden. Nach ersten Erkenntnissen sei er zusammengeschlagen worden und habe dabei einen Hirnschlag erlitten.

(Quelle: Youtube/ATB Red Nacional)

Entführt, gefoltert, getötet

Ein örtlicher Hörfunksender hatte unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, Arbeiter hätten Illanes verschleppt und zu Tode geprügelt. «Wir konnten aus der Nähe sehen, dass Vize-Innenminister Illanes tot ist», sagte Moises Flores, der Chef eines Bergwerk-Senders, dem örtlichen Hörfunk. «Kollegen haben uns berichtet, er sei infolge von Schlägen gestorben.»

Die Regierung hatte zunächst mitgeteilt, Illanes sei entführt worden und werde in Panduro, rund 160 Kilometer von der Hauptstadt La Paz entfernt, festgehalten. Es bestehe die Gefahr, dass Illanes gefoltert werde.

Streit wegen Bergbau-Gesetz

Die Bergarbeiter verlangen die Änderung des kürzlich verabschiedeten Bergbau-Gesetzes. Sie fordern unter anderem mehr Schürfrechte und das Recht, für Privatfirmen zu arbeiten. Die Proteste schlugen in dieser Woche in Gewalt um, nachdem die Arbeiter eine Autobahn blockiert hatten. Zwei Bergarbeiter starben, als die Polizei auf sie schoss. Nach Regierungsangaben wurden 17 Polizisten verletzt.

Die Vereinigung der Bergbaukooperativen, Fencomin, hat zu unbefristeten Protesten aufgerufen, nachdem Verhandlungen mit der Regierung gescheitert waren. Die Fencomin war einst verbündet mit dem linken Präsidenten Evo Morales.

(kle/sda)

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