Aktualisiert 04.05.2006 20:39

Bolivien dreht an der Preisschraube für Erdgas

Nach der Verstaatlichung des Energiesektors hat Bolivien am Donnerstag höhere Preise für Erdgaslieferungen angekündigt.

Der Hauptkunde Brasilien und weitere Importeure müssten künftig tiefer in die Tasche greifen, sagte der Diplomat Pedro Gumucio auf einer Pressekonferenz. Angesichts der drastischen Preissteigerungen bei Erdöl sei ein solcher Schritt nur fair. Vor zwei Jahren hätten die Preise für ein Barrel Öl zwischen 40 und 43 Dollar betragen, heute lägen sie bei 75 Dollar, erklärte Gumucio. «Sie können daraus ihre eigenen Schlüsse ziehen».

Die Präsidenten von Argentinien, Brasilien, Venezuela und Bolivien kamen unterdessen zu einem Gipfeltreffen über die bolivianische Energiepolitik zusammen. Die Entscheidung des linksgerichteten bolivianischen Präsidenten Evo Morales habe zu Spannungen geführt, räumte der venezolanische Staatschef Hugo Chavez ein. Er betonte zugleich, auf der Konferenz im argentinischen Puerto Iguazu solle die Grundlage für eine Lösung gelegt werden.

Morales hatte die Verstaatlichung des Energiesektors am Montag angekündigt, seitdem kontrollieren Soldaten die Gasfelder und Raffinerien des südamerikanischen Landes. Nach Brasilien ist Argentinien der zweitgrösste Importeur bolivianischen Erdgases. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.