Statue gesucht: Bolivien weiss nichts von Ekekos Rückkehr
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Statue gesuchtBolivien weiss nichts von Ekekos Rückkehr

Offiziell soll die Ekeko-Figur in Bolivien bereits einer «breiten Öffentlichkeit zugänglich sein». Davon weiss man beim bolivianischen Nationalmuseums jedoch nichts.

von
mub
Sollte eigentlich wieder in Bolivien sein: Die Steinfigur Ekeko.

Sollte eigentlich wieder in Bolivien sein: Die Steinfigur Ekeko.

Die Diskussion um die Rückgabe der bolivianischen Steinfigur Ekeko schien beendet: Am Donnerstag schriebt das Bernische Historische Museum in einer Mitteilung, dass Ekeko nach Bolivien zurückgekehrt und dort dem bolivianischen Nationalmuseum für Archäologie übergeben worden sei. Dort sei die Steinfigur «ab sofort einer breiten Öffentlichkeit zugänglich».

Stimmt nicht, hat nun «Der Bund» herausgefunden. Denn im bolivianischen Nationalmuseum für Archäologie ist kein Päckli mit der Stein-Gottheit angekommen. «Wir wissen zwar, dass die Figur zurückkommen soll, aber wir wissen nicht, wann genau», sagt Museumsdirektor Julio Balliván gegenüber der Zeitung und fügt nach der Übersetzung der Medienmitteilung aus Bern hinzu: «Dann werden wir sicher bald etwas hören.»

Verzögerung der Reise

In Bern ist man verwundert über die Aussagen aus Bolivien. Jakob Messerli, Direktor des Bernischen Historischen Museums, bestätigt, dass die Figur vor über zehn Tagen sein Museum verlassen habe und zurzeit noch unterwegs sei. «Ein Kunsttransport ist allerdings kein normales Päckchen. Es gibt auch keine direkten Cargoflüge zwischen der Schweiz und Bolivien, der Transport erfolgt über mehrere Etappen und das braucht alles seine Zeit. Zudem können die Zoll- und Einfuhrformalitäten beim Transport von Kulturgütern je nach Land aufwändig sein. Diese mussten in diesem Fall beispielsweise zuerst in Bolivien abgeschlossen sein, bevor der Transport die Schweiz verlassen konnte. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Figur spätestens im Verlauf der nächsten Woche in La Paz ankommen wird.»

Die bolivianische Regierung hatte im Mai 2013 das Berner Museum ersucht, die Steinfigur zurückzugeben, welche einen grossen emotionalen Wert für die Bolivianer habe. Bern hatte das Objekt von den Erben des Schweizer Naturforschers Johann Jakob von Tschudi gekauft. Dieser hatte die Figur 1858 im Andenhochland erworben – im Tausch gegen eine Flasche Cognac.

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