Aktualisiert 18.12.2008 23:41

Kommerzielle AusschlachtungBollywood will den Terror von Mumbai ausschlachten

«Taj Terror», «Shootout at Oberoi»: Indische Filmproduzenten haben Filmtitel schützen lassen, um das Massaker von Mumbai zu verfilmen.

Auch die in Mumbai ansässige indische Filmindustrie leidet unter den Terrorattacken vom November in den Hotels Taj Mahal und Oberoi – die Besucherzahlen in den indischen Kinos sind eingebrochen. Es gibt aber auch Produzenten, die aus der Not eine Tugend machen. Bei der Urheberschutzstelle sind über 20 Filmtitel eingereicht worden, wie «The Economic Times» berichtet. Die Titel sprechen für sich: «Operation Five Star Mumbai», «26/11 – Mumbai Under Terror» oder «Shoot­out at Oberoi».

Indiens Öffentlichkeit rea­giert empört darüber, dass die Tragödie nun kommerziell ausgeschlachtet werden soll. «Die Leute springen auf jede Katastrophe auf», sagt der Filmemacher Anand Patwardhan, «das ist eine Art Ambulanz-Jagd.»

Ein kleiner Teil dieser Regisseure und Produzenten sei wohl seriös, so Patwar­dhan. Ihm ist aber angst und bange, dass bald Streifen in die Kinos kommen werden, die in bester Bollywood-Manier die menschliche Tragödie zu Action-Stoffen mit roher Gewalt reduzieren.

Sushma Shiromani, der für die Lizenzierung der Titel im indischen Filmmekka zuständig ist, beteuert aber: «Diese Anträge werden wir mit grösster Sorgfalt überprüfen.» Was jenseits der Geschmacksgrenze liege, werde nicht zugelassen.

(raf)

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