Aktualisiert 07.06.2012 22:28

Diamond LeagueBolt souverän - Urech muss sich noch steigern

Usain Bolt gewinnt beim Diamond-League-Meeting in Oslo über 100 m sicher. Lisa Urech ist über 100 m Hürden noch nicht an der Weltspitze angekommen.

Usain Bolt (l.) und Lisa Urech laufen noch in unterschiedlichen Klassen. (Bild: Keystone)

Usain Bolt (l.) und Lisa Urech laufen noch in unterschiedlichen Klassen. (Bild: Keystone)

Lisa Urech lief beim Diamond-League-Meeting in Oslo in 13,15 Sekunden in den siebten Rang. Australiens Weltmeisterin Sally Pearson egalisierte in 12,49 Sekunden ihre eigene Jahresweltbestzeit.

Der Trainingsrückstand der Schweizerin war offensichtlich, die Automatismen fehlen noch. Die WM-Neunte lief technisch nicht einwandfrei. Insbesondere ab der siebenten Hürde büsste sie an Terrain ein. Immerhin bestritt Urech in Oslo wie erhofft einen Doppeleinsatz. Anlog zu den grossen Meisterschaften fanden vor dem Final zwei Qualifikationsläufe statt. Die Emmentalerin erreichte in ihrer Serie in 13,14 Sekunden Rang 4 und stiess als Nummer 8 in den Endlauf vor - dank vier Hundertsteln Vorsprung auf Christina Vukicevic (No).

Urech hatte am Dienstag in Bellinzona in 13,08 Sekunden ihr Wettkampf-Comeback nach neun Monaten gegeben. Die Schweizer Rekordhalterin (12,62) trainiert derzeit schmerzfrei, nachdem sie im April durch die Nachwirkungen der Operation am Labrum im linken Hüftgelenk gebremst worden war. Urech blieb bei ihren drei Einsätzen unter dem IAAF-B-Wert von 13,15 Sekunden, den Swiss Olympic für London 2012 vorschreibt. Vor den EM in Helsinki Ende Monat startet die 22-Jährige noch am 14. Juni in Göteborg.

Lisa Urechs Patzer bei Weltklasse Zürich

Bolt eine Klasse für sich

Usain Bolt setzte mit 9,79 Sekunden über 100 m das Highlight beim Diamond-League-Meeting in Oslo. Der Superstar der Leichtathletik kam für einmal gut aus den Blöcken und lief bei leichtem Rückenwind zum neunten Mal in seiner Karriere unter 9,80 Sekunden. Mit seiner Endschnelligkeit schaffte er auf den letzten 30 Metern die Differenz zu Asafa Powell. Bolt hält seit seinem Auftritt vor Wochenfrist in Rom mit 9,76 Sekunden die Jahresweltbestzeit. Damals hatte der Jamaikaner, der die Saison mit 9,82 in Kingston eröffnet hatte, seinen schwachen Auftritt von Ostrava (10,04) vergessen gemacht.

«Über alles gesehen kann ich zufrieden sein, zumal es im Training es sehr gut läuft und ich verletzungsfrei bin», sagte Bolt. Ostrava habe ihm zwar etwas den Schlaf geraubt, gab er zu. Er sei in Tschechien wohl auch mental nicht bereit gewesen. Aber nun befände er sich im Hinblick auf London wieder auf Kurs, fügte der dreifache Olympiasieger und Weltrekordhalter hinzu.

Powell war wie schon im Rom der einzige namhafte Konkurrent von Bolt. Der Ex-Weltrekordhalter, der vor einem Monat in Doha 9,88 gelaufen war, lief in 9,85 Sekunden persönliche Saisonbestzeit. Die US-Stars liessen Oslo links liegen, auch weil die Bislett-Games 2012 in der Woche zwischen den US-Diamond-League-Meetings von Eugene (2. Juni) und New York (9. Juni) liegen. Am Samstag in New York kehrt Tyson Gay (29) auf die Bahn zurück. Die Nummer 2 der ewigen Bestenliste (9,69) tritt nach langwierigen Hüftproblemen in seinem ersten Rennen seit fast einem Jahr aber nicht gegen Asse wie dem jamaikanischen Weltmeister Yohan Blake an, sondern startet in der B-Serie. Für Gay ist es der einzige Test vor den US-Trials (ab 21. Juni).

Fünf Jahresweltbestleistungen

Gleich zum Auftakt des Hauptprogramms lieferte der 400-m-Hürdenläufer Javier Culson aus Puerto Rico in 47,92 Sekunden die erste von fünf Jahresweltbestleistungen. Sally Pearson (Au) über 100 m Hürden in 12,49, Milcah Chemos (Ken) über 3000 m Steeple in 9:97,14, der Meilenläufer Asbel Kiprob (Ken/3:49,22) und der Speerwerfer Vitezlav Vesely (Tsch/88,11) erzielten die weiteren Bestmarken.

Bekele ohne Chance

Der Stern von Kenenisa Bekele ist weiter am Sinken. Über 5000 m hielt der zweifache Weltrekordhalter nicht mit den Besten mit und wurde in 13:00,41 Fünfter, unmittelbar hinter seinem Bruder Tariku. Im Diskuwerfen der Frauen gelang Kroatiens Europameisterin Sandra Perkovic, die in diesem Jahr nach einer Dopingsperre in die Arena zurückgekehrt war, mit 64,89 m der dritte Sieg in der Serie in der Königsklasse. Auch Chemos weist mit drei ersten Plätzen eine makellose Bilanz aus. (si)

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