Aktualisiert 12.08.2013 10:56

Verhaltener JubelBolts neue Bescheidenheit

Usain Bolt erweitert seine Goldmedaillen-Sammlung fleissig. Die Freude über die neuste Errungenschaft hält sich jedoch in Grenzen.

von
heg

Niemand zweifelte gross daran, dass der 100-Meter-Weltmeister von Moskau Usain Bolt heisst. Der 26-jährige Jamaikaner erfüllte die Erwartungen auch und gewann in 9,77 Sekunden. Der Jubel über den neusten Titel war für einmal jedoch verhalten.

Bolt wirkte schon beim Start konzentriert. Im Gegensatz zu seinen früheren Showeinlagen machte er nur eine Regenschirm-Geste, weil sich der Moskauer Nachthimmel nass zeigte. Danach nahm er seine Position im Startblock ein. Nach dem Pistolen-Startschuss rannte er los und zeigte seinen Gegnern einmal mehr den Rücken. Nachdem sein Sieg feststand, liess sich der jamaikanische Dauersieger zwar zu ein paar Faxen verleiten, viel mehr Spektakel bot er jedoch nicht. Einzig nach der Ehrenrunde war das Publikum etwas aus dem Häuschen, als Bolt seine berühmte Pfeilbogen-Geste zeigte.

Der Sprintstar ist erwachsen geworden

«Ich schauspielere nicht. Ich bin einfach so und ich weiss, dass die Menschen es geniessen, wenn ich das mache», sagte Bolt nach dem Rennen zu seiner Jubelgeste. Dass der jamaikanische Überflieger nicht mehr den Hampelmann spielt, hat auch mit seinem Alter (26) zu tun. Er ist nicht mehr der «Kindskopf» von früher, als er bei seinen Siegen bei Olympia 2008 in Peking oder der WM 2009 in Berlin nicht mehr aufhören wollte zu tanzen.

Die Zeit mit unzähligen Faxen und Spässen ist also vorbei. So wird sich das Publikum auch bei Bolts nächstem Einsatz am Samstag über 200 Meter bei einem Sieg nicht über wilde Jubelszenen freuen können. Und auch am Sonntag bei einem Erfolg mit der 4x100-Meter-Staffel dürfte das Feiern bescheiden ausfallen. Vorbereitet wird der Sprintstar jedenfalls sein. Bolt genoss nach seinem 100-Meter-Sieg ein Eisbad, um die Regeneration zu beschleunigen.

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