Bombardier in den roten Zahlen
Aktualisiert

Bombardier in den roten Zahlen

Der kanadische Schienenfahrzeug- und Flugzeughersteller Bombardier hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2004/05 rote Zahlen geschrieben.

Ausschlaggebend waren vor allem hohe Verluste in der Transportsparte. Diese gingen auf technische Probleme und Kostenüberziehungen sowie hohe Restrukturierungskosten zurück, teilte Bombardier- Konzernchef Paul Tellier am Donnerstag mit. Der Konzern hatte im März verkündet, er schliesse sieben Werke und baue 6600 Stellen ab. Das bedeutete auch für das Werk in Pratteln BL mit 580 Angestellten das Aus.

Bis jetzt erfolgten in Pratteln noch keine Kündigungen, wie Geschäftsführer Alfred Ruckstuhl auf sda-Anfrage sagte. Die ersten Kündigungen sollen im dritten Quartal 2004 erfolgen, die letzten auf Mitte 2005. Denn die meisten noch laufenden Projekte wie Neigezüge, Doppelstockwagen oder Regionalfahrzeuge müssten bis Ende Jahr abgeliefert sein.

Die Betroffenen finden offenbar nicht so einfach eine neue Stelle. Die Zahl der Kündigungen habe sich nicht erhöht, sie betrage lediglich «eine Hand voll», sagte Ruckstuhl. Bombardier wolle den Angestellten helfen und organisiere Stellenvermittler kontaktiere Behörden und bilde eine Task Force.

86 Mio. Dollar für Abbau

Die Restrukturierung kostete konzernweit im ersten Quartal 86 Mio. Dollar. Das Werk in Amadora (Portugal) habe am 21. Mai die Produktion eingestellt, und der Betrieb im britischen Doncaster werde Ende Juni schliessen.

Alle anderen Betriebsschliessungen verliefen nach Plan, betonte Bombardier. Es seien bereits mehr als 1000 Stellen gestrichen worden. Für alle verbliebenen Standorte wurden detaillierte Aktionspläne erstellt, wie es weiter hiess.

Quartalsverlust von 174 Mio. Dollar

Bombardier verbuchte in dem am 30. April beendeten Quartal einen Verlust von 174 Mio. Dollar gegenüber einem Gewinn von 54 Mio. Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Quartalsumsatz stieg um 6 Prozent auf 3,5 Mrd. Dollar.

Das Unternehmen ist mit seiner Transportsparte der weltgrösste Anbieter von Schienenfahrzeugen. Die Sparte setzte 1,7 (Vorjahr: 1,6) Mrd. Dollar um, wobei Wechselkursveränderungen für den Anstieg verantwortlich waren.

Vor Steuern und Sonderposten resultierte in dem Bereich ein Verlust von 110 Mio. Dollar gegenüber einem Gewinn von 74 Mio. Dollar im entsprechenden Vorjahresabschnitt. Der Auftragsbestand schrumpfte auf 22,5 (23,7) Mrd. Dollar.

Auch mit Flugzeugen im Minus

Aber auch die Flugzeugsparte wies Verluste auf. Bombardier bietet Regional- und Geschäftsflugzeuge an und ist nach Airbus und Boeing der drittgrösste Flugzeughersteller der Welt.

Die Flugzeugsparte setzte 1,8 (1,6) Mrd. Dollar um. Sie hatte vor Steuern und Sonderfaktoren ein Minus von 23 Mio. Dollar verbucht gegenüber einem Gewinn von 3 Mio. Dollar im Vorjahr. Der Auftragsbestand lag bei 11 (10,9) Mrd. Dollar.

(sda)

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