Aktualisiert 03.02.2005 13:45

Bombardier-Werk Pratteln nicht zu retten

Dieses ernüchternde Fazit zog die Task Force Bombardier des Kantons Baselland, wie die Baselbieter Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion bekannt gab.

Der Abbau des Grossteils der 520 Arbeitsplätze lasse sich nicht verhindern.

Für das traditionsreiche Eisenbahnwaggon-Werk konnte gemäss Mitteilung keine umsetzbare betriebliche Nachfolgelösung gefunden werden. Die massgeblichen Akteure der Rollmaterialbranche und des öffentlichen Verkehrs hätten sich zu wenig interessiert und kooperationsbereit gezeigt, um allenfalls eine regionale Unterhaltswerkstätte oder ein Kompetenzzentrum mit Aufträgen Kosten deckend auszulasten, heisst es in der Mitteilung. Einzige Ausnahmen seien der zeitlich befristete Erhalt von 35 Stellen für den Unterhalt der Tramflotte der Baselland Transport AG (BLT) und die konzerninterne Weiterbeschäftigung von 38 Personen durch eine Stellenverlagerung nach Zürich. Für allfällige alternative Nutzungen des Areals lägen keine Projekte vor.

Die Mitglieder der Task Force, die im April letzten Jahres eingesetzt und nun aufgelöst wurde, forderten gemäss Mitteilung an der Schlusssitzung vom Donnerstag Regierung und Verwaltung auf, das Thema Bombardier nicht einfach abzuhaken, sondern weiter nach guten Nachfolgenutzungen des Industrieareals zu suchen und günstige Voraussetzungen zur Ansiedlung neuer Arbeitsplätze mit nachhaltiger Wertschöpfung zu schaffen. In der Mitteilung wird bedauert, dass mit der Betriebsschliessung ein grosses Erfahrungspotenzial in der industriellen Fertigung und fachliches Know-how der Rollmaterialbranche verloren gehen.

Der kanadische Bombardier-Konzern hatte vergangenen März eine umfassende Restrukturierung angekündigt. Damit verbunden war die Schliessung des Werks Pratteln in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Das Werk, die einstige Schindler Waggon AG, war Anfang 1998 vom Liftbauer Schindler dem damaligen ADtranz-Konzern verkauft worden, der seit 1995 ABB und DaimlerChrysler-Konzern gehört hatte. Nach dem Rückzug von ABB kam ADtranz zusehends in Schwierigkeiten und wurde im Sommer 2000 dem kanadischen Verkehrstechnik-Riesen Bombardier verkauft. (dapd)

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