Aktualisiert 10.04.2014 09:04

Anonyme WarnungenBombe explodiert vor griechischer Zentralbank

In Athen ist vor einem Gebäude der Zentralbank eine Autobombe detoniert. Es entstand erheblicher Sachschaden, Menschen wurden keine verletzt.

Die Detonation war in der ganzen Stadt zu hören. (Video: Reuters)

Kurz vor Beginn des Verkaufs der ersten griechischen Staatsanleihe seit vier Jahren ist vor einem Gebäude der Zentralbank in Athen eine Bombe explodiert. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde nach ersten Berichten am Donnerstagmorgen jedoch niemand. Die Detonation war im weiteren Umkreis in der Stadt zu hören.

Vor der Explosion waren zwei anonyme Anrufe bei einer Internet-Nachrichtenseite und einer Zeitung eingegangen, in denen vor einer Autobombe nahe des Gebäudes der Bank von Griechenland gewarnt wurde. Demnach sollte die Bombe mit 75 Kilogramm Sprengstoff innerhalb von 45 Minuten detonieren. Die Polizei riegelte das Gebiet daraufhin weiträumig ab.

Trümmer weit über die Strasse verstreut

Fernsehbilder zeigten die Überreste eines Fahrzeugwracks in der Athener Innenstadt, dessen Trümmer weit über die Strasse verstreut waren. Unklar war, in welchem Ausmass Gebäude im Umfeld beschädigt wurden. Die Polizei begann mit der Untersuchung des Tatorts.

Am Mittwoch hatte die Regierung die Rückkehr an den Kapitalmarkt angekündigt. Am (heutigen)Donnerstag soll erstmals seit 2010 eine fünfjährige Staatsanleihe ausgegeben werden. Die Regierung pries den Schritt als Zeichen der Erholung von der Finanzkrise. Regierungssprecher Simos Kedikoglou verurteilte den Anschlag und sagte, das Ziel der Angreifer sei es, das positive Bild von Griechenland zu beschädigen. «Wir werden es ihnen nicht erlauben, dieses Ziel zu erreichen», sagte er.

Griechenland ist seit 2010 auf internationale Finanzhilfe angewiesen und hat sich seitdem kein frisches Geld mehr an den Märkten holen können. Als Folge des strikten Sparkurses der Regierung hatten sich die öffentlichen Finanzen stetig verbessert. Auch die für den Verkauf der Anleihen entscheidenden Renditen fielen in den letzten Monaten kontinuierlich. Nach sechs Jahren in der Rezession soll die griechische Wirtschaft in diesem Jahr erstmals auf den Wachstumspfad zurückkehren. (sda)

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