Terror in Deutschland: Bombe in Bonn - Verdächtige wieder frei
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Terror in DeutschlandBombe in Bonn - Verdächtige wieder frei

Die beiden nach dem Bombenfund im Bonner Hauptbahnhof verhafteten Männer sind wieder auf freiem Fuss. Der Tatverdacht gegen die beiden mutmasslichen Islamisten habe sich nicht erhärten lassen.

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aeg/pre

Die ehemalige deutsche Hauptstadt Bonn ist ins Visier von Terroristen geraten. Nach dem Bombenfund am Hauptbahnhof sucht die Polizei mit einem Phantombild weiterhin nach einem Tatverdächtigen. Die beiden nach dem Bombenfund in Gewahrsam genommenen Männer sind allerdings wieder auf freiem Fuss. Der Tatverdacht gegen die beiden habe sich nicht erhärten lassen, teilte die Polizei am Dienstagabend mit.

Die Männer waren zuvor als mutmassliche Islamisten ins Visier der Ermittler geraten. Allerdings hätten sie nie als Tatverdächtige gegolten, sagte der Bonner Staatsanwalt Robin Fassbender der Nachrichtenagentur dapd. Sie seien lediglich wegen einer polizeirechtlichen Massnahme in Gewahrsam genommen worden.

Die Polizei ermittele nach wie vor in alle Richtungen, hiess es in der Mitteilung nach der Freilassung. Es werde weiterhin nach dem Unbekannten gefahndet, der von einem 14-Jährigen als «Ableger» der Tasche beschrieben wurde. Inzwischen veröffentlichte die Polizei ein Phantombild. Laut Polizei handelt es sich um einen dunkelhäutigen Mann im Alter zwischen 30 und 35 Jahren. Ein 14 Jahre alter Schüler habe den Ermittlern berichtet, dass er die Tasche am Gleis abgestellt habe.

Zwei alte Bekannte

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen handelte es sich bei einer der wieder freigelassenen Personen um den aus Somalia stammenden Islamisten Omar D. Zeugen hätten angegeben, den Mann in der Nähe des Tatortes gesehen zu haben, hiess es. Zudem wollen sie den ebenfalls den Sicherheitsbehörden bekannten Islamisten Abdirazak B. erkannt haben. Anhand von Handy-Daten sollte geprüft werden, ob sich die beiden tatsächlich zur Tatzeit am Bonner Hauptbahnhof aufgehalten haben.

Omar D. und Abdirazak B. sind den Sicherheitsbehörden bereits seit Jahren bekannt. In einer spektakulären Aktion wurden sie im September 2008 auf dem Flughafen Köln/Bonn in einem Flugzeug in Richtung Amsterdam festgenommen. Damals bestand der Verdacht, dass sich die Männer an Anschlägen beteiligen und als Selbstmordattentäter im sogenannten Heiligen Krieg sterben wollen. Knapp zwei Wochen später wurden sie wieder freigelassen, da sich der dringende Tatverdacht nicht bestätigte. Im Januar 2010 stellte die Bonner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen endgültig ein.

Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kündigte am späten Nachmittag zunächst ein Pressestatement zu dem Fall an, sagte den Termin dann aber kurzfristig wieder ab. Unklarheit herrschte darüber, ob die Ermittlungen bei den nordrhein-westfälischen Behörden bleiben, oder ob die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt den Fall an sich ziehen. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte der Nachrichtenagentur dapd, dass seine Behörde in den Informationsaustausch mit den Landesbehörden eingebunden sei. Eine weitere Stellungnahme wollte er nicht abgeben.

Metallrohr, Wecker, Batterien, Gas und Ammoniumnitrat

Am Montag war auf einem Bahnsteig eine herrenlose Tasche gefunden worden. Der Bahnhof wurde weiträumig gesperrt und das Gepäckstück mit einem Wassergewehr gezielt gesprengt. Darin lagerten nach Angaben der Ermittler Metallbehälter mit «zündfähigem Material». Nach Informationen von «Spiegel Online» aus Ermittlerkreisen befanden sich in dem Gepäckstück Butangas, ein Metallrohr, ein Wecker, Batterien und Ammoniumnitrat, das für die Herstellung von Sprengstoffen verwendet werden kann. Unklar war noch, ob es sich um eine funktionstüchtige Bombe handelte. Auch einen Tag nach dem Fund waren Spezialisten des Landeskriminalamtes damit beschäftigt, Details zum Inhalt der abgelegten Tasche herauszufinden.

Der Bonner Bombenalarm weckt Erinnerungen an zwei fehlgeschlagene Anschläge im Jahr 2006. Damals deponierten zwei Männer auf dem Kölner Hauptbahnhof zwei Kofferbomben in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz, die aber nicht explodierten. Zweieinhalb Jahre später verurteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf den 24-jährigen Libanesen Youssef El Hajdib zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Der Mittäter Jihad Hamad war zuvor bereits im Libanon zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. (aeg/pre/dapd)

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