Afghanistan: Bombe in Mikrofon tötet Politiker während Rede

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AfghanistanBombe in Mikrofon tötet Politiker während Rede

Ein afghanischer Gouverneur hielt in einer Moschee gerade eine Rede, als in seinem Mikrofon ein Sprengsatz explodierte. Der Politiker starb, 15 Menschen wurden verletzt.

von
lüs
Er starb, während er eine Rede hielt: Gouverneur Arsallah Jamal.

Er starb, während er eine Rede hielt: Gouverneur Arsallah Jamal.

Bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee ist im Osten Afghanistans ein Provinzgouverneur getötet worden. Der Sprengsatz explodierte nach Angaben der Provinzregierung am Dienstag in Puli Alam, der Hauptstadt der Provinz Logar, als Gouverneur Arsallah Dschamal (47) dort eine Rede zum muslimischen Feiertag Eid al-Adha hielt. Die Bombe war offenbar im Mikrofon versteckt, durch das Dschamal sprach. Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Anschlag auch 15 Menschen verletzt, fünf von ihnen lebensgefährlich.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Attentat. Taliban attackieren immer wieder afghanische Beamte und Soldaten sowie Nato-Angehörige, um ihre Macht im Land auszubauen, bevor Ende 2014 alle ausländischen Kampftruppen abgezogen werden.

Nicht der erste Anschlag auf Dschamal

Dschamal war ein enger Vertrauter des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai und war 2009 der Manager von Karzais Präsidentschaftswahlkampf. Der Gouverneur war schon mehrfach Ziel von Anschlägen gewesen, konnte diesen jedoch immer entkommen. Im August 2007 war ein Selbstmordattentäter in einen Konvoi von Dschamal gefahren und hatte das Fahrzeug zur Explosion gebracht. Eine Person in dem aus sechs Autos bestehenden Konvoi wurde getötet, sieben wurden verletzt.

Racheakt für Taliban-Festnahme?

Zuletzt war Dschamal ins Rampenlicht getreten, als er bekannt gab, dass am 5. Oktober 2013 in seiner Provinz ein pakistanischer Taliban-Kommandant von US-Armeekräften festgenommen worden war. (lüs/sda)

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