Aktualisiert 16.03.2006 21:21

Bombenalarm: Polizei sucht die Anruferin

Das Drohschreiben, das am Mittwoch zur Sperrung des Stadelhofen-Tunnels führte, enthält keine Hinweise auf eine politisch motivierte Tat. Ein Verdächtiger wurde gestern wieder freigelassen.

Der 46-jährige Schweizer, der am Mittwochabend verhaftet worden war, hat nichts mit der Bombendrohung gegen die SBB zu tun – er ist wieder auf freiem Fuss. Es handelte sich nicht um jenen Mann, den eine Frau dabei gesehen haben will, wie er den Stadelhofen-Tunnel mit einem Rucksack betrat – und ohne wieder verliess.

«Wir haben keine Ahnung, wer die Anruferin war», sagt Polizeisprecher Michael Wirz. Weil sie ihre Identität nicht preisgab, lässt sich nicht ausschliessen, dass sie etwas mit der Bombendrohung zu tun hatte und den Telefonanruf machte, um dem Inhalt des Drohschreibens Nachdruck zu verleihen.

Dieses war nur eine knappe Viertelstunde vorher an die SBB in Zürich gefaxt worden. Im Brief kommt das Wort «Bombe» nicht vor, laut Wirz heisst es darin aber sinngemäss, am Stadelhofen werde etwas passieren.

Die SBB rechnen nun mit Schadenersatzforderungen von Pendlern, die durch die Sperrung des Tunnels aufgehalten wurden. SBB-Sprecher Roger Baumann: «Wir werden jeden einzelnen Fall prüfen und abklären, was für Folgen die Verspätung für die Betroffenen hatte.»

Marco Lüssi

Immer wieder Bombendrohungen

Bombendrohungen sind keine Seltenheit. Die letzten Fälle:

n13. Januar 2006: Ein Anrufer informiert die Polizei, im Speisewagen des Zuges von Zürich nach Genf befinde sich ein Mann mit einer Bombe. Der Zug wird gestoppt. Beim Mann wird nichts gefunden.

n21. Mai 2005: In einem Schliessfach am Zürcher HB befinde sich eine Bombe, meldet ein Anrufer. Der HB wird drei Stunden abgesperrt.

n25. Januar 2004: Im Winterthurer Hallenbad Geiselweid steht ein Koffer mit der Aufschrift «Bombe». 300 Personen werden evakuiert.

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