Äthiopien – Bombenangriff auf Flüchtlingslager fordert 56 Todesopfer
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ÄthiopienBombenangriff auf Flüchtlingslager fordert 56 Todesopfer

Das äthiopische Militär hat laut der Volksbefreiungsfront von Tigray Luftangriffe auf ein Vertriebenenlager durchgeführt. Der Konflikt in Äthiopien hatte vor gut einem Jahr begonnen.

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Der Drohnenangriff traf ein Vertriebenenlager.

Der Drohnenangriff traf ein Vertriebenenlager.

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Mindestens 56 Menschen wurden dabei getötet. Zahlreiche Personen werden im Spital behandelt.

Mindestens 56 Menschen wurden dabei getötet. Zahlreiche Personen werden im Spital behandelt.

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Seit einem Jahr dauern die Kämpfe gegen die Rebellengruppe TPLF aus Tigray an.

Seit einem Jahr dauern die Kämpfe gegen die Rebellengruppe TPLF aus Tigray an.

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Darum gehts

  • Ein Drohnenangriff auf ein Vertriebenenlager forderte mindestens 56 Todesopfer.

  • Die Volksbefreiungsfront von Tigray macht das Militär Äthiopiens für den Angriff verantwortlich.

  • Die Auseinandersetzungen haben zu einer schweren humanitären Krise im Norden des Landes geführt.

Die Kämpfer der umstrittenen Region Tigray haben der äthiopischen Zentralregierung einen Luftangriff mit mindestens 56 Toten vorgeworfen. Der Drohnenangriff habe ein Lager für Vertriebene in Dedebit im Nordwesten Tigrays getroffen, twitterte ein Sprecher der Tigray-Truppen, Getachew Reda, am Samstag. Die Zivilisten seien vor dem Konflikt in anderen Teilen der Region geflohen, nur um Opfer eines weiteren Luftangriffs zu werden.

Die Zentralregierung in Addis Abeba und die Armee reagierten zunächst nicht auf Bitten um Stellungnahme. Der mutmassliche Luftangriff konnte nicht unabhängig bestätigt werden, weite Teile Tigrays sind von der Aussenwelt abgeschnitten.

Amnestie für politische Häftlinge

Die jüngste Meldung aus Tigray fällt in eine Phase, in der sich die Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed nach 14 Monaten Krieg versöhnlich zeigen will. Erst am Freitag gab sie eine Amnestie für einige der bekanntesten politischen Häftlinge des Landes bekannt, die auch ranghohe Funktionäre aus Tigray betrifft. Unter internationalem Druck billigten äthiopische Abgeordnete im Dezember eine Schaffung einer Kommission für nationalen Dialog.

Äthiopiens Bundesregierung hatte im Herbst 2020 nach monatelangen Auseinandersetzungen mit der regionalen Führung in Tigray die Armee in das Gebiet geschickt. Die Regionalregierung floh und ging in den Untergrund. Im Frühsommer eroberten ihre Kämpfer Tigrays Hauptstadt Mekele zurück. Sie marschierten in Richtung Addis Abeba, wurden aber zurückgeschlagen. Ende Dezember zogen sich die Tigray-Kräfte in ihre Region zurück. Die Truppen der Bundesregierung erklärten zugleich, nicht weiter vorstossen zu wollen. Bei den Kämpfen sind Zehntausende getötet und Millionen zur Flucht getrieben worden.

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(DPA/roa)

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