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Bombenanschlag auf Madrider Flughafen

Die baskische Untergrundorganisation ETA hat nach neun Monaten die Waffenruhe beendet: In einem Parkhaus auf dem Flughafen von Madrid explodierte am Vormittag eine Autobombe und verletzte mindestens 19 Menschen.

Dies teilte der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba mit. Ein Mann wird noch vermisst. An der Urheberschaft der ETA gebe es keinen Zweifel. Die Organisation habe damit ihre vor neun Monaten verkündete «Waffenruhe» gebrochen.

Ob die Regierung den Friedensprozess für das spanische Baskenland weiter aufrecht erhält, blieb zunächst unklar. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero brach seinen Urlaub ab und informierte König Juan Carlos.

Gewaltige Explosion

Etwa 45 Minuten nach einer telefonischen Warnung im Namen der ETA war am Morgen in einem der Parkhäuser des kürzlich eröffneten Terminals 4 eine in einem Lieferwagen versteckte Zeitbombe detoniert. «Die Explosion war gewaltig», sagte der Innenminister.

Ein Teil des Parkhauses sei eingestürzt, in dem Terminal seien zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch gegangen. Die Polizei hatte zuvor Tausende Passagiere zur Sicherheit auf die Rollbahn gebracht. Der Flugbetrieb war stundenlang unterbrochen. Über dem Flughafen war kilometerweit eine Rauchsäule zu sehen.

Fünf der Verletzten wurden ins Spital gebracht. Sie zogen sich Schnittwunden und Prellungen zu, wie es hiess. Unter ihnen waren auch zwei Polizisten, die bei der Räumung des Geländes von der Explosion überrascht worden waren.

Empörung in Spanien

Alle grossen Parteien verurteilten den Anschlag. Die Opposition rief Zapatero auf, den Friedensprozess abzubrechen.

Die ETA hatte am 22. März eine «dauerhafte Waffenruhe» verkündet, zuletzt aber immer wieder wegen mangelnder Zugeständnisse der Regierung mit einer Rückkehr zum Terror gedroht. Zapatero hatte sich dagegen erst am Freitag vom Erfolg des Friedensprozesses überzeugt gezeigt. (dapd)

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