Inguschetien: Bombenanschlag auf Polizeiwache - 12 Tote
Aktualisiert

InguschetienBombenanschlag auf Polizeiwache - 12 Tote

Beim blutigsten Selbstmordanschlag seit Jahren im russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus sind mindestens 19 Menschen getötet und mehr als 69 verletzt worden.

Nach dem Bombenattentat in der russischen Teilrepublik Inguschetien werde die Zahl der Opfer weiter steigen, teilten die russischen Ermittlungsbehörden am Montag nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Der Täter hatte in der Stadt Nasran mit einem Kleinlastwagen voller Sprengstoff das Tor eines Polizeiquartiers gerammt und die Bombe gezündet. Dabei gerieten mehrere Gebäude in Brand. Auch Kinder wurden Opfer des Anschlags.

Kreml-Chef Dmitri Medwedew verurteilte das Attentat und wies das Innenministerium an, die Sicherheitsvorkehrungen in Inguschetien zu verschärfen.

Nach ersten Angaben betrug die Sprengkraft der Bombe etwa 50 Kilogramm TNT. Nach der Explosion auf dem Hof des Polizeiquartiers wurden die Bergungsarbeiten durch das Feuer und mögliche weitere Explosionen erschwert.

Zunahme der Gewalt

Die Gewalt im Nordkaukasus hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Ende Juni war der inguschetische Präsident Junus-Bek Jewkurow bei einem Selbstmordanschlag lebensgefährlich verletzt worden.

Jewkurow verurteilte die neue Bluttat als Versuch islamistischer Terroristen, die Lage im Nordkaukasus zu destabilisieren.

Menschenrechtler sprachen von einem «monströsen Mordanschlag» gegen Zivilisten. Auch in den Teilrepubliken Tschetschenien und Dagestan sterben fast täglich Menschen bei Kämpfen. Zuletzt wurden auch immer wieder ranghohe Regierungsbeamte und Menschenrechtler Opfer der Gewalt in der Vielvölkerregion, in der islamistische Extremisten eine Loslösung von Moskau anstreben.

Notiz an die Redaktion: Mehr Todesopfer

(sda)

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