Aktualisiert 16.03.2006 10:28

Bombendrohung: Bekennerschreiben unter der Lupe

Der Mann, der im Zusammenhang mit dem falschen Bombenalarm am Zürcher Bahnhof Stadelhofen festgenommen wurde, ist wieder frei. Die SBB reicht Strafanzeige gegen Unbekannt ein.

Der Verdacht gegen den gestern Abend beim Bahnhof Stadelhofen festgenommenen 46-jährigen Schweizer habe sich nicht bestätigt, sagte Polizeisprecher Erich Maag auf Anfrage der SDA. Der Mann hatte sich in der Nähe des Tunnels verdächtig benommen.

Zurzeit wird laut Maag das Bekennerschreiben durch den Wissenschaftlichen Dienst der Stadtpolizei Zürich ausgewertet. Zu dessen Inhalt wollte er keine Angaben machen.

Schaden wird aufgerechnet

Die SBB war heute daran, den durch das massive Chaos entstandenen Schaden aufzurechnen. Man werde Strafanzeige gegen Unbekannt einreichen, sagte SBB-Sprecher Roger Baumann. Wegen der massiven Verspätungen müsse die SBB auch mit Schadenersatzforderungen von Passagieren rechnen, sagte Baumann.

Aufregung am Stadelhofen

Die SBB erhielten gestern kurz vor 15 Uhr eine Bombendrohung per Fax. Eine Viertelstunde später meldete sich eine Passantin bei der Stadtpolizei. «Die Frau hatte gesehen, wie ein Mann mit einem Rucksack in den Tunnel beim Bahnhof Stadelhofen lief», sagt Polizeisprecher Erich Maag. Minuten später sei er ohne Rucksack wieder rausgelaufen.

Sofort sperrte die Polizei den Bahnhof unweit des Bellevue grossräumig ab. Die Strecke zwischen dem Hauptbahnhof und den Aussenbahnhöfen Tiefenbrunnen und Stettbach wurde für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Sperrung wirkte sich auf das gesamte S-Bahn-Netz aus. Die Reisenden mussten teils massive Verspätungen in Kauf nehmen.

Für mehrere Stunden waren die Perrons am Stadelhofen menschenleer, während sich die Leute aufgeregt an die Polizeiabsperrungen drückten. Viele ärgerten sich, andere nahmen es locker: «Das ist doch ein PR-Gag», spasste ein junger Mann. Um 18.20 Uhr gab die Polizei Entwarnung: Im Tunnel befand sich keine Bombe.

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