Russland: Bombendrohungen stürzen Moskau ins Chaos
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RusslandBombendrohungen stürzen Moskau ins Chaos

In der russischen Hauptstadt mussten das Bolschoi-Theater, Einkaufszentren und verschiedene öffentliche Gebäude evakuiert werden. Grund ist eine Welle von Bombendrohungen.

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mch
Musste evakuiert werden: Das GUM-Einkaufszentrum am Roten Platz in Moskau. (Archiv)

Musste evakuiert werden: Das GUM-Einkaufszentrum am Roten Platz in Moskau. (Archiv)

Keystone/Pavel Golovkin/AP

Die Behörden in Moskau mussten am Sonntagabend Tausende Menschen in Sicherheit bringen, nachdem mehrere Bombendrohungen gegen verschiedene öffentliche Gebäude eingegangen waren. Betroffen sind das Bolschoi-Theater, das GUM-Einkaufszentrum am Roten Platz sowie weitere öffentliche Gebäude und Plätze, wie die Nachrichtenagentur «Reuters» berichtet.

Die Bombendrohungen seien per Telefon abgesetzt worden. Gemäss «Reuters» hat die Drohwelle zudem zu Unterbrüchen an mehreren Bahnhöfen geführt. Laut Polizeiangaben mussten insgesamt rund 5000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, wie die russische Nachrichtenagentur RIA berichtet. Die Polizei hat bislang keine Bomben gefunden.

Bombenalarm in Moskau

10'000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Video: Tamedia/AFP

Bombenalarm in Moskau: Tausende wurden in Sicherheit gebracht. Video: Tamedia/AFP

Teil einer Serie

Seit September kommt es in Russland der Öfteren zu Bombendrohungen, die sich jeweils als Fehlalarme herausstellten. So wurden anfangs September während fünf Tagen rund 500 Objekte bedroht und rund 200'000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Am Sonntag hat in Moskau eine nicht genehmigte Protestkundgebung einer nationalistischen Gruppierung stattgefunden, bei der Hunderte Menschen festgenommen wurden. Die Organisation OVD-Info sprach am Sonntag von mindestens 376 Festgenommenen auf einem Platz neben dem Kreml und 36 weiteren in drei anderen Städten, während die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Polizeibeamte berichtete, dass 263 festgesetzt worden seien. Ob die Bombendrohungen im Zusammenhang mit der Protestkundgebung stehen, ist unklar.

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