Bombenleger von Oklahoma City erneut schuldig gesprochen
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Bombenleger von Oklahoma City erneut schuldig gesprochen

Einer der beiden Täter beim Bombenanschlag von Oklahoma City 1995, ist von einem Geschworenengericht des Mordes in 161 Fällen schuldig gesprochen worden.

Im Mordprozess in McAlester im US-Bundesstaat Oklahoma droht ihm jetzt die Todesstrafe.

Terry Nichols war zuvor bereits von einem Bundesgericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sein Komplize Timothy McVeigh wurde 2001 hingerichtet. Bei dem Terroranschlag auf das Alfred P. Murrah-Bundesgebäude im Zentrum von Oklahoma City waren am 19. April 1995 insgesamt 168 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden.

Die Beweisaufnahme im Mordprozess in McAlester dauerte zwei Monate. Dabei hörten die 12 Geschworenen 260 Zeugen und sahen mehr als 1200 Beweisstücke. Die Anklage argumentierte, Nichols sei einer der aktiven Drahtzieher des blutigen Bombenanschlags gewesen.

Die Verteidigung betonte dagegen, der Angeklagte sei vom Haupttäter McVeigh ausgenutzt und angestiftet worden. McVeigh habe zudem noch andere, viel wichtigere Mithelfer gehabt. Nichols befand sich 300 Kilometer von Oklahoma City entfernt zu Haus in Kansas, als die Bombe explodierte.

1998 hatte ein Bundesgericht Nichols wegen Mordes in acht Fällen und Verschwörung zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit der Begnadigung verurteilt. Die Geschworenen sahen damals von der Todesstrafe ab, weil sie sich nicht über das Ausmass von Nichols Mittäterschaft klar waren.

Die Justiz des Staates Oklahoma unternahm daraufhin einen zweiten Versuch, die Todesstrafe für Nichols durchzusetzen. Der neue Prozess wird nicht auf Bundes-, sondern auf Staatsebene abgehalten. Über das Strafmass wird am kommenden Dienstag in McAlester verhandelt. (sda)

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