Deutschland: Bombenräumung treibt 15 000 aus den Häusern
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DeutschlandBombenräumung treibt 15 000 aus den Häusern

Wegen der Beseitigung von vier Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Sonntag in Osnabrück die grösste Evakuierungsaktion der Stadtgeschichte stattgefunden.

Rund 15 000 Bewohner mussten am Sonntagmorgen ihre Häuser verlassen. Ausserdem wurden drei Krankenhäuser und ein Altenheim geräumt. Zwei der britischen Fünf-Zentner-Bomben wurden von Spezialisten entschärft, die anderen zwei sollten am frühen Abend gesprengt werden, weil die Bergung zu gefährlich schien.

Die Sprengkörper befinden sich in der Nähe von leerstehenden Wohnhäusern, die früher zum Teil von Angehörigen der britischen Streitkräfte genutzt wurden. Das teilte der Sprecher der Stadt Osnabrück, Sven Jürgensen, mit. Die Entfernung zwischen den Bomben beträgt nach seinen Angaben nur etwa 20 Meter. Bei der Sprengung wird trotz Dämpfungsmassnahmen mit Schäden in der Umgebung gerechnet.

Die Blindgänger wurden mit Hilfe von Luftaufnahmen in den Stadtteilen Westerberg und Weststadt geortet worden. Ein fünftes Objekt erwies sich als Schrott.

Nur 130 Menschen nutzen öffentliche Säle

Bei der Evakuierung waren insgesamt 1600 Kräfte im Einsatz - von Stadtverwaltung, Polizei, Feuerwehr und Hilfsdiensten. Die Polizei forderte auch ihre Reiterstaffel aus Hannover an.

Bis auf etwa 130 Menschen nutzten die Evakuierten nicht die öffentlichen Säle, die für ihren Aufenthalt angeboten wurden. Die Aktion wurde frühzeitig angekündigt, so dass sich die meisten Betroffenen für die Zeit etwas vornahmen. Zahlreiche Strassen wurden gesperrt. Die Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Bramsche wurde nach der Entschärfung der zwei Bomben freigegeben. (dapd)

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