Aktualisiert 24.06.2004 14:32

Bombenterror in der Türkei

Vier Tage vor Beginn des NATO-Gipfels sind bei zwei Anschlägen in Istanbul und Ankara drei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden.

Im Istanbuler Viertel Fatih, wo am Montag der NATO-Gipfel beginnen soll, explodierte am Donnerstag in einem Bus des öffentlichen Nahverkehrs eine Bombe, die drei Menschen tötete und mindestens 13 weitere verletzte, wie die Polizei mitteilte.

Nach Angaben von Augenzeugen war der Bus voll besetzt. Zum Anschlag im euroäischen Stadtteil bekannte sich zunächst niemand.

In der Hauptstadt Ankara detonierte eine Paketbombe vor dem Hotel, wo US-Präsident George W. Bush am Wochenende wohnen sollte. Dabei wurden zwei Polizisten und ein Passant verletzt, wie Polizeichef Ercüment Yilmaz dem Nachrichtensender CNN-Türk sagte. Auch zu diesem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Mehr als 10 000 Polizisten sollen den Besuch Bushs in Ankara absichern. Der US-Präsident will sich vor Beginn des NATO-Gipfels mit Vertretern der türkischen Regierung treffen und dann am Sonntagnachmittag nach Istanbul reisen.

Zum Gipfel in Istanbul werden zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs erwartet. Für Polizei, Geheimdienste und Armee gilt bereits seit Wochen erhöhte Alarmbereitschaft.

Sicherheit für NATO-Gipfel

Presseberichten zufolge wurden in den vergangenen drei Wochen mehr als 300 Menschen festgenommen: Islamisten, Mitglieder linksextremer Gruppierungen, Mitarbeiter kurdischer Kulturvereine und Journalisten. Zum Schutz des Gipfels sind mehr als 26 000 Polizisten, Eliteeinheiten der Armee und Experten für Massenvernichtungswaffen im Einsatz.

Für die Staats- und Regierungschef stellen die Behörden gepanzerte Fahrzeuge zur Verfügung. Das Überfliegen der Zehn- Millionen-Einwohnerstadt ist während des Gipfels verboten.

Der Bosporus, die Meerenge zwischen dem europäischen und dem asiatischen Teil der Stadt, wird für Öltanker und Schiffe mit Gefahrengut ebenso gesperrt wie für Autofähren und Fischerboote.

Grossräumig gesperrt

Der Tagungsort liegt am Westufer des Bosporus in einem Gebiet, das in einem Umkreis von zehn Kilometern mit Metall- und Betonbarrieren abgesichert ist und grösstenteils verkehrsfreie Zone sein wird.

Die Selbstmordanschläge im November mit mehr als 60 Toten richteten sich gegen zwei Synagogen, das britische Konsulat und die Niederlassung der britischen Bank HSBC.

(sda)

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