Bonjour, Miss Depp
Aktualisiert

Bonjour, Miss Depp

Tag 2: Lily-Rose Depp spielt am ZFF mit ihrer französischen und ihrer amerikanischen Seite – in «L'homme fidèle».

von
Hans Jürg Zinsli
Lily-Rose Depp im Film «L'homme fidèle».

Lily-Rose Depp im Film «L'homme fidèle».

Papa kommt später, also nächsten Freitag. Dann wird Johnny Depp am ZFF über den grünen Teppich laufen, um seine Komödie «Richard Says Goodbye» vorzustellen. Aber erstmal bekommen wir seine Tochter Lily-Rose Depp zu sehen, sozusagen als familiäres Amuse-bouche. Im französischen Liebesreigen «L'homme fidèle» (Galapremiere) taucht sie als Erstes auf dem Friedhof auf und ist da ziemlich Aber dazu später.

Zuerst geht es im Film von Regisseur Louis Garrel (er war zuletzt als Schauspieler in der Rolle von Jean-Luc Godard in «Le Redoutable» zu sehen) um Abel (Garrel) und Marianne (Laetitia Casta). Es vergeht keine Filmminute, da ist Marianne schwanger, angeblich von Abels Freund Paul. So weit, so französisch. Abel muss die Koffer packen.

Acht Jahre oder zwei Filmminuten später ist Paul tot, und der verlassene Abel wird wieder zum Thema – nicht nur für Marianne, sondern auch für Pauls Schwester Eve, die den Mann seit ihrer Kindheit angehimmelt hat. Eve wird gespielt von Lily-Rose Depp, sie wirft ihrem Traummann am Grab ihres Bruders schmachtende Blicke zu.

Ein Klischee zwischen den Kulturen

Klingt etwas weird? Un peu bizarre? Man könnte das vom ganzen Film behaupten, der nicht unbedingt «L'homme fidèle», sondern zum Beispiel auch «Der Gepäckträger» heissen könnte. Abel wird samt Hab und Gut zwischen den Frauen wie ein Objekt hin- und hergeschoben. Aber er trägts mit Fassung. Und zum Glück ist das Ganze von zwiebacktrockenem Humor, was den Film sehr bekömmlich macht.

Und Lily-Rose Depp? Die hätte in «L'homme fidèle» ein paar Filmminuten mehr verdient. Oder sagen wir: So, wie sie jetzt spielt, wirkt sie wie ein hin- und hergeschobenes Klischee zwischen den Kulturen. Als Tochter von Johnny Depp und Vanessa Paradis ist das womöglich ihr Los. Ihr amerikanischer Aspekt: Im Schlafzimmer bleibt Miss Depp prüde, zeigt sich nicht nackt. Ihre französische Seite: Sie kann im gleichen Atemzug schmachten, drohen, lieben und intrigieren. Okay, pas mal. Wir sind gespannt, was der Papa nachlegen wird.

Spielzeiten am ZFF: 30.9., 18 Uhr, Le Paris. 5.10., 18.45 Uhr, Le Paris.

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