22.05.2019 18:56

Kuppeln und mehr

Bonobo-Männchen haben keinen Sex ohne ihr Mami

Mitten beim Sex steht die Mutter plötzlich daneben: Was bei uns Menschen der absolute Horror wäre, ist bei den Zwergschimpansen ganz normal.

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Bonobo-Männchen sind bei der Suche nach einem fruchtbaren Weibchen nicht auf sich allein gestellt – ... (Im Bild: erwachsenes Bonobo-Männchen)

Bonobo-Männchen sind bei der Suche nach einem fruchtbaren Weibchen nicht auf sich allein gestellt – ... (Im Bild: erwachsenes Bonobo-Männchen)

Martin Surbeck, Kokolopori Bonobo Research
... ihnen kommt jeweils ihre Mutter zur Hilfe. Und das auf ganz verschiedene Art: Sie stellen beispielsweise ihren Söhnen fruchtbare Weibchen gleich selbst vor. Mitunter bugsieren sie den Filius auch eigenhändig in deren Nähe. (Im Bild: Bonobo-Weibchen pflegt das Fell seines Sohnes)

... ihnen kommt jeweils ihre Mutter zur Hilfe. Und das auf ganz verschiedene Art: Sie stellen beispielsweise ihren Söhnen fruchtbare Weibchen gleich selbst vor. Mitunter bugsieren sie den Filius auch eigenhändig in deren Nähe. (Im Bild: Bonobo-Weibchen pflegt das Fell seines Sohnes)

Martin Surbeck, Kokolopori Bonobo Research
Sinn und Zweck des Ganzen: Die Weibchen nutzen ihre Position, um sicherzustellen, dass ihre Söhne  gute Chancen zur Fortpflanzung haben und so ihre eigenen Gene weitergeben. «Sie haben einen Weg gefunden, ihren Fortpflanzungserfolg zu steigern, ohne selbst mehr Nachkommen zu haben», so die Forscher.

Sinn und Zweck des Ganzen: Die Weibchen nutzen ihre Position, um sicherzustellen, dass ihre Söhne gute Chancen zur Fortpflanzung haben und so ihre eigenen Gene weitergeben. «Sie haben einen Weg gefunden, ihren Fortpflanzungserfolg zu steigern, ohne selbst mehr Nachkommen zu haben», so die Forscher.

Wikimedia Commons/PD

Fühlen sich Frauen bereit, Grosi zu werden, kennen viele von ihnen kein Halten mehr: Wann immer es thematisch passt (oder auch nicht), lassen sie den eigenen Nachwuchs wissen, dass sie parat für Enkel wären.

Noch weiter gehen Bonobo-Mütter. Sie stellen ihren Söhnen fruchtbare Weibchen gleich selbst vor. Mitunter bugsieren sie den Filius auch eigenhändig in deren Nähe. Sie wohnen den eingefädelten Schäferstündchen auch bei und treiben zudem allfällige Konkurrenten oder Störenfriede in die Flucht.

Das berichten Forscher um Martin Surbeck vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachjournal «Current Biology».

Mütter sind stets mit dabei

Für die Studie hatten die Primatologen frei lebende Bonobos in der Demokratischen Republik Kongo sowie frei lebende Schimpansen an der Elfenbeinküste, in Tansania und in Uganda beobachtet und ihr Verhalten miteinander verglichen.

Dabei stellten sie fest, dass bei beiden Arten die Mütter bei Konflikten zwischen Männchen für ihre Söhne einstehen. Doch Bonobo-Mütter gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie ganz aktiv die Bemühungen ihrer Söhne bei der Wahl einer Fortpflanzungspartnerin unterstützen.

Mehr Enkel dank Mutti

«Dies ist das erste Mal, dass wir den Einfluss der Mutter auf ein sehr wichtiges männliches Fitnessmerkmal zeigen können, nämlich die Fruchtbarkeitsrate», zitiert das Institut Surbeck. «Wir waren überrascht, zu sehen, dass die Mütter einen so starken, direkten Einfluss auf die Anzahl der Enkelkinder haben.»

Die Weibchen sind laut den Forschern übrigens nicht ganz uneigennützig: Sie nutzen ihre Position, um sicherzustellen, dass ihre Söhne besonders gute Chancen zur Fortpflanzung haben und so ihre eigenen Gene weitergeben. «Sie haben einen Weg gefunden, ihren Fortpflanzungserfolg zu steigern, ohne selbst mehr Nachkommen zu haben.»

Und die Töchter?

Ihren Töchtern lassen Bonobo-Mütter keine vergleichbare Hilfe zukommen. «Bei den Bonobos verlassen die Töchter meist die Gruppe, in der sie aufgewachsen sind, während die Söhne dort verbleiben», sagt Surbeck. «Die wenigen Töchter, die in der Gemeinschaft bleiben, scheinen von ihren Müttern keine grosse Unterstützung zu erhalten.»

Die Forscher planen, das nun erstmals dokumentierte Verhalten in Zukunft weiter zu erforschen, um es noch besser zu verstehen.

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