Rapidshare: Bonus-System wird eingestellt
Aktualisiert

RapidshareBonus-System wird eingestellt

Weil dem One-Click-Hoster immer wieder vorgeworfen wird, illegale Downloads zu fördern, hat Rapidshare nun überraschend sein Prämienprogramm eingestellt.

von
mbu

Besonders aktive User wurden bislang mit so genannten RapidPoints belohnt. Wer genug davon sammelte, konnte sie in einen kostenpflichtigen Premium-Account umtauschen. Damit ist in Kürze Schluss, ab dem 1. Juli werden keine RapidPoints mehr verteilt. «Das Unternehmen reagiert damit auf Behauptungen, wonach das Prämienprogramm eine Belohnung für das Hochladen urheberrechtlich geschützter Inhalte darstelle. Da die Nutzer von RapidShare auf keinen Fall einem solchen ungerechtfertigten Generalverdacht ausgesetzt sein sollen, sehen wir uns zu diesem Schritt gezwungen», informiert der One-Click-Hoster auf seiner Webseite.

Das ist erstaunlich, denn erst im Mai hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden, dass Rapidshare nicht für die Uploads der User haftbar gemacht werden kann. Der Vorwurf, dass der One-Click-Hoster Urheberrechtsverletzungen fördert, hat sich als haltlos erwiesen. 20 Minuten Online wollte von Rapidshare wissen, wieso man sich ausgerechnet jetzt zu diesem Schritt entschlossen hat. Eine Antwort ist noch ausstehend.

Zeitgleich wurde auch das Aus des im März gestarteten Projekts RapidDonations verkündet. Die User konnten damit die gesammelten RapidPoints für gemeinnützige Organisation einsetzen. Für die SOS Kinderdörfer, Amnesty International und die Caritas sind jeweils 10'000 Euro zusammengekommen. Das Spendenprogramm soll auch künftig fortgeführt werden, in welcher Form ist allerdings noch nicht klar.

Update 23.6.2010, 10:30 Uhr: Rapidshare hat inzwischen reagiert und schreibt in einer E-Mail an 20 Minuten Online: «Die Begründung ist überhaupt nicht fadenscheinig und hat auch nichts mit den Kosten des Programms zu tun, sondern mit einem laufenden Verfahren in den USA, das gegen uns geführt wird. Auch hier wurde wie schon vom OLG Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen uns abgewiesen, aber unser Prämienprogramm wurde von Seiten des Gerichts kritisiert. Darauf haben wir reagiert, obwohl wir die Meinung des US-Gerichtes nicht teilen. Wir denken zurzeit über neue Prämienmodelle nach, die unsere User nicht unter ungerechtfertigten Generalverdacht stellen. Auch an neuen Spendenmodellen arbeiten wir, mehr dazu werden wir in Kürze bekanntgeben.»

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