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AuszeichnungBooker-Preis für «Sex, Melodrama, Verrat»

Die englische Schriftstellerin Hilary Mantel ist mit dem renommierten Booker-Preis ausgezeichnet worden. Die 57- Jährige erhielt die mit 50 000 Pfund dotierte Literaturauszeichnung am Dienstagabend in London für ihr Werk «Wolf Hall».

In dem Historienroman erzählt sie die Geschichte von Thomas Cromwell, dem Berater von Heinrich VIII. Mantel war die Favoritin bei der diesjährigen Preisverleihung. Mit dem Wälzer setzte sie sich gegen Literaturnobelpreisträger J.M. Coetzee sowie die Autoren A.S. Byatt, Adam Foulds, Simon Mawer und Sarah Waters durch.

Vor Glück in der Luft

Der Booker-Preis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für englischsprachige Literatur. «Ich kann Ihnen sagen, dass ich gerade vor Glück durch die Luft fliege», sagte Mantel.

Die Preisträgerin, die früher als Sozialarbeiterin und Filmkritikerin gearbeitet hat, erklärte, es sei kein Zufall, dass das Zeitalter Heinrichs VIII. auch die Menschen im 21. Jahrhundert noch fasziniere. Diese Zeit «hatte alles. Sie hatte Sex, Melodrama, Verrat, Verführung und gewaltsamen Tod. Was will man mehr?», sagte Mantel.

Der Vorsitzende der Jury, James Naughtie, betonte, das Buch sei «eine Herausforderung». «Man muss Energie investieren, es kommt nicht auf einen zugeflogen... Es verlangt Konzentration.» Der Roman, der im 16. Jahrhundert spielt, sei wegen «seiner schieren Grösse» ausgewählt worden.

Wichtige Auszeichnung

Der Booker-Preis wird seit 1969 jedes Jahr für einen Roman aus den Commonwealth-Staaten oder Irland vergeben. Häufig wird das gekürte Buch zum Bestseller. Zu den früheren Preisträgern gehören der britisch-indische Autor Salman Rushdie und die indische Schriftstellerin Arundhati Roy. Coetzee hatte den Preis schon zweimal gewonnen.

(sda)

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