Ferien buchen - Booking will jetzt auch Museumstickets und Tischreservationen anbieten
Publiziert

Ferien buchenBooking will jetzt auch Museumstickets und Tischreservationen anbieten

Die Hotel-Buchungsplattform will alles für die Ferien anbieten. Kundinnen und Kunden sollen in Zukunft neben Hotels und Flügen auch Tickets und Restaurantbesuche buchen können.

von
Barbara Scherer
1 / 8
Buchungsplattform Booking vermittelt bisher Hotelzimmer, Flüge und Mietautos. 

Buchungsplattform Booking vermittelt bisher Hotelzimmer, Flüge und Mietautos.

20 Minuten/ Sonja Mulitze
Das soll sich jetzt ändern: Die Plattform soll zum Komplettanbieter werden.

Das soll sich jetzt ändern: Die Plattform soll zum Komplettanbieter werden.

imago images / Jochen Tack
Dann können Kundinnen und Kunden auch Tischreservationen in Restaurants …

Dann können Kundinnen und Kunden auch Tischreservationen in Restaurants …

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Booking will zum Amazon des Reisens werden.

  • Dann können Kundinnen und Kunden alles für ihre Ferien über die Plattform buchen.

  • Die Gastrobranche und Reisebüros macht das nervös.

Zur Hotelbuchung gleich noch die Tickets für die nächste Ausstellung im Museum kaufen und das Restaurant reservieren: Das alles soll in Zukunft über die Buchungsplattform Booking möglich sein. Bisher vermittelte das Internetportal Hotelzimmer, Flüge und Mietautos.

Das will der Konzernchef Glenn Fogel ändern: Kundinnen und Kunden sollen ihre komplette Reise online bei Booking zusammenstellen können. Damit wird Booking zum Amazon des Reisens – ein Marktplatz auf dem man alles findet, wie die «Sonntagszeitung» schreibt.

Für Reisewillige erleichtert das einiges: Sie müssen keine Angebote mehrerer Anbieter mehr vergleichen und können alle Buchungen über eine Seite zahlen. Dabei gelten die übersichtliche Auflistung der Angebote und die Suchmaschinenoptimierung als Stärken von Booking. So finden Interessierte rasch ein passendes Angebot.

Gastrobranche fürchtet Abhängigkeit

Die Plattform verlangt für jedes vermittelte Hotelzimmer und jeden Mietwagen eine Gebühr von den Anbietern. Gemäss Schätzungen leiten Schweizer Hoteliers so zwischen zehn und 37 Prozent des Umsatzes an Booking weiter. Vermittelt Booking in Zukunft auch Tickets und Tischreservationen dürfte das wohl gleich verlaufen.

Das verunsichert das Gastgewerbe: Plattform-Anbieter dürften ihre Marktmacht nicht missbrauchen und die Teilnahme am Reservationsinstrument erzwingen, sagt der Branchenverband Gastrosuisse zur «Sonntagszeitung». Schlussendlich dürfe kein Abhängigkeitsverhältnis entstehen.

Auch Schweizer Reisebüros dürfte das neue Konzept von Booking ins Schwitzen bringen – besonders bei Kurztrips. Bei mehrtägigen Auslandseisen würden die Leute hingegen direkte Ansprechpartner schätzen und darum wohl weiterhin auf Reisebüros zurückgreifen, wie es vonseiten des Schweizer Reise-Verbands heisst.

Politik hilft Hotellerie im Kampf gegen Buchungsplattformen

Seit über fünf Jahren kämpft Hotelleriesuisse gegen die Marktmacht von Buchungsplattformen, im Speziellen von Booking.com, dem grössten Player am Markt. Die Politik greift der Branche nun unter die Arme: Der Solothurner Mitte-Ständerat Pirmin Bischof hat mit einem parlamentarischen Vorstoss erreicht, dass Buchungsportale den Hotels keine Preisvorgaben mehr machen können. Bis Ende Jahr soll die entsprechende Gesetzesvorlage des Bundesrats vorliegen.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

15 Kommentare