Keine Kapazität – Booster für alle kommt doch erst im neuen Jahr
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Keine KapazitätBooster für alle kommt doch erst im neuen Jahr

Viele Kantone können den unter 65-Jährigen die dritte Impfdosis nicht vor Ende Jahr anbieten, weil sie die Impfkapazitäten abgebaut haben.

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Ausgebucht: Das Impfdorf am HB Zürich. (Archivbild)

Ausgebucht: Das Impfdorf am HB Zürich. (Archivbild)

20min/News-Scout
Wie es scheint, müssen die unter 65-Jährigen auch noch länger auf die dritte Impfung warten.

Wie es scheint, müssen die unter 65-Jährigen auch noch länger auf die dritte Impfung warten.

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Nur über 65-Jährige sind zur Booster-Impfung bislang zugelassen.

Nur über 65-Jährige sind zur Booster-Impfung bislang zugelassen.

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Darum gehts

  • Am Dienstag verkündete die Impfkommission, dass sie per Ende November für alle die dritte Impfung empfehlen werde.

  • Doch die unter 65-Jährigen werden wohl erst im neuen Jahr den Booster bekommen.

  • Der Grund für die Verspätung sind die Engpässe in den Impfzentren.

Das lange Warten schien ein Ende zu haben: Am Dienstag verkündete die Impfkommission, dass sie per Ende November für alle die dritte Impfung empfehlen werde. Doch jetzt wird klar, dass die meisten der unter 65-Jährigen trotzdem bis zum neuen Jahr auf den Booster warten müssen, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

Der Sprecher der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern sagt der Zeitung: «Für die unter 65-Jährigen werden wir die Boosterimpfung erst Anfang Januar zugänglich machen.» Zuerst wolle man möglichst vielen über 65-Jährigen eine Auffrischungsimpfung geben, weil das «am nützlichsten» sei. Aus anderen Kantonen klingt es ähnlich. Kein grösserer Kanton will garantieren, dass der Booster für alle vor Ende Dezember möglich ist.

Infektiologe fordert Armeeeinsatz

Der Grund für die Verspätung sind die Engpässe in den Impfzentren: «So hohe Kapazitäten wie zu Spitzenzeiten im Frühjahr sind nicht mehr möglich, weil das für Impfungen qualifizierte Personal jetzt wieder anderswo eingesetzt werden muss», teilt die Berner Gesundheitsbehörde mit. Doch es gibt noch eine zweite Ursache: Die Behörden sind nicht mehr bereit, das dafür nötige Geld aufzuwerfen, wie es in der «SonntagsZeitung» weiter heisst.

Dabei könnte gerade jetzt ein hohes Impftempo angesichts der steigenden Spitalzahlen Schlimmes verhindern, sagen Experten wie Huldrych Günthard, Infektiologe am Unispital Zürich. Er kritisiert das Trödeln der Kantone scharf: «Es muss jetzt mit allen Mitteln und so schnell wie irgend möglich geboostert werden: Junge und Ältere, die sechs Monate geimpft sind, gleichzeitig. Sonst kommen wir bald in die Situation, in der Österreich jetzt schon ist.» Wien beschloss einen weiteren Lockdown sowie eine Impfpflicht ab Februar.

Wenn es anders nicht gehe, müsse man halt die Armee oder den Zivilschutz einsetzen, sagt Günthard. «Zumindest jene, die in der Sanitäts-RS sind, können selbst impfen. Die kann man jetzt aufbieten.» In einer Impfstrasse gebe es zudem viele Jobs, für die es kein geschultes Gesundheitspersonal brauche. Zivilschützer und Armee könnten hier laut Günthard problemlos helfen.

Dritte Dosis im Kanton Appenzell Ausserhoden und Thurgau

Der Kanton Apppenzell Ausserhoden teilte am Freitag mit, dass sich alle Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder für die Covid-19-Auffrischimpfung anmelden können. In der Schweiz sei die
Auffrischimpfung noch nicht für Personen unter 65 Jahren offiziell zugelassen, doch sobald der Bund die Impfung
für alle freigegeben habe, erhalten die registrierten Personen eine SMS oder Mail für die Anmeldung zur
Impfung. Der Kanton Thurgau hat die Empfehlung für die Covid-19-Auffrischimpfung auf das Gesundheitsfachpersonal ausgeweitet. Die Empfehlung gilt für jene Personen, die mit vulnerablen und damit besonders gefährdeten Personen arbeiten. Für die Bewältigung der Pandemie sei zudem weiterhin das Einhalten der Hygiene- und Verhaltensregeln von zentraler Bedeutung.

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(chk)

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