Kanton Luzern – Bordellbetreiberin soll 29 Frauen zur Prostitution gezwungen haben
Publiziert

Kanton LuzernBordellbetreiberin soll 29 Frauen zur Prostitution gezwungen haben

Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen eine ehemalige Bordellbetreiberin abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von 6,5 Jahren.

von
Gianni Walther
1 / 3
6,5 Jahre Freiheitsstrafe und und eine Geldstrafe fordert die Luzerner Staatsanwaltschaft als Bestrafung für eine Frau, die mindestens 29 Frauen aus Thailand zur Prostitution gezwungen haben soll.

6,5 Jahre Freiheitsstrafe und und eine Geldstrafe fordert die Luzerner Staatsanwaltschaft als Bestrafung für eine Frau, die mindestens 29 Frauen aus Thailand zur Prostitution gezwungen haben soll.

20min/Celia Nogler
Die Staatsanwaltschaft hat ihre Untersuchung gegen die Frau nun abgeschlossen und die Anklage an das Kriminalgericht überwiesen.

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Untersuchung gegen die Frau nun abgeschlossen und die Anklage an das Kriminalgericht überwiesen.

Gerichte Luzern
Ein Termin für die Verhandlung vor dem Kriminalgericht ist noch nicht bekannt. Für die beschuldigte Frau gilt die Unschuldsvermutung, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.

Ein Termin für die Verhandlung vor dem Kriminalgericht ist noch nicht bekannt. Für die beschuldigte Frau gilt die Unschuldsvermutung, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.

Luzerner Gerichte

Darum gehts

  • Mindestens 29 Frauen aus Thailand soll eine ehemalige Bordellbetreiberin (54) im Kanton Luzern zur Prostitution gezwungen und ausgebeutet haben.

  • Die Staatsanwaltschaft Luzern hat die Untersuchung gegen die Frau abgeschlossen und die Anklage an das Kriminalgericht Luzern überwiesen.

  • Wann die Verhandlung vor dem Kriminalgericht stattfindet, ist noch unklar. Bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, gilt für die Beschuldigte die Unschuldsvermutung.

Knapp zwei Jahre lang soll eine ehemalige Bordellbetreiberin mindestens 29 Frauen zur Prostitution gezwungen und finanziell ausgebeutet haben, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. «Die Opfer stammten aus ärmlichen Verhältnissen in Thailand und nahmen ihre Tätigkeit aus einer finanziellen Not an», so die Staatsanwaltschaft. Eine entsprechende Anklage hat sie nun an das Kriminalgericht überwiesen.

Die ehemalige Bordellbetreiberin hat die Frauen mit falschen Versprechen in die Schweiz gelockt, so die Mitteilung. Die Frauen hatten geglaubt, dass sie mit den Einnahmen ihre Familien in Thailand unterstützen können. In der Schweiz mussten sie jedoch unter anderem Reise- und Vermittlungskosten über die beschuldigte Frau abzahlen. Weiter mussten sie 50 Prozent ihres Einkommens abgeben. Die Frauen waren laut Staatsanwaltschaft «in ihrer Handlungs- und Bewegungsfreiheit eingeschränkt» und wurden von der Bordellbetreiberin überwacht.

Staatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafe von 6,5 Jahren

«Die Staatsanwaltschaft Luzern geht davon aus, dass sich die Beschuldigte dieser Abhängigkeitsverhältnisse und Hilflosigkeit der Sexarbeiterinnen bewusst war», heisst es weiter. Die Frau soll dies ausgenutzt haben, um ihre Gewinne zu steigern.

Die Staatsanwaltschaft fordert für die 54-Jährige eine Freiheitsstrafe von 6,5 Jahren und eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen wegen gewerbsmässigen Menschenhandels, mehrfacher Förderung der Prostitution, Widerhandlung gegen das Ausländergesetz und wegen banden- und gewerbsmässiger Geldwäscherei. Wann die Verhandlung vor dem Luzerner Kriminalgericht stattfindet, ist noch unklar. Bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, gilt für die beschuldigte Frau die Unschuldsvermutung.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Zwangsprostitution und/oder Menschenhandel betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung