Boris Becker startet am Australian Open sein Comeback als Tennis-Kommentator

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Nach HaftstrafeBoris Becker gibt am Australian Open sein Comeback als Tennis-Kommentator

Boris Becker darf wieder das machen, was er laut vielen Experten und Fans am besten kann – Tennisspiele kommentieren. Am Australian Open geht er für Eurosport auf Sendung.

von
Salvatore Iuliano
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Ist wieder für Eurosport im Einsatz: Boris Becker. (Archivbild)

Ist wieder für Eurosport im Einsatz: Boris Becker. (Archivbild)

imago/Jürgen Hasenkopf
Der ehemalige Tennisprofi wird für den Sender vom 16. bis 29. Januar das Australian Open kommentieren.

Der ehemalige Tennisprofi wird für den Sender vom 16. bis 29. Januar das Australian Open kommentieren.

imago images/CHROMORANGE
«Was den Sport anbelangt, habe ich meine Hausaufgaben gemacht und fleissig studiert, wer in Melbourne mitspielen will und darf. Insofern glaube ich, ganz gut informiert zu sein», kommentiert Becker seinen Einsatz.

«Was den Sport anbelangt, habe ich meine Hausaufgaben gemacht und fleissig studiert, wer in Melbourne mitspielen will und darf. Insofern glaube ich, ganz gut informiert zu sein», kommentiert Becker seinen Einsatz.

AFP/Adrian Dennis

Darum gehts

  • Boris Becker kommentiert ab dem 16. Januar das Australian Open.

  • Der 55-Jährige ist noch bis Ende 2023 bei Eurosport unter Vertrag und wird infolgedessen auch das French und das US Open kommentieren.

  • Erst vor einem Monat wurde der Ex-Tennisprofi aus seiner Haft in Grossbritannien frühzeitig entlassen. 

Einen Monat nach seiner vorzeitigen Haftentlassung und dem Kampf «ums nackte Überleben» darf sich Becker wieder seiner Liebe für den Tennissport widmen. Seine TV-Rückkehr als Kommentator für das Australian Open vom 16. bis 29. Januar ist für den sechsmaligen Grand-Slam-Turniersieger auch ein Schritt Richtung Normalität. Tennis sei seine «grosse Leidenschaft», hatte Becker einst betont, «und es bereitet mir unglaublich viel Freude, mich auf höchstem Niveau mit meinem Lieblingssport auseinanderzusetzen und die Besten der Besten spielen zu sehen, ihre Spielweise zu analysieren und mit ihnen zu diskutieren».

Und Becker sieht sich gut vorbereitet. «Ich konnte nicht jedes Turnier verfolgen, aber ich habe die BBC und ITV erhalten. So konnte ich in Wimbledon jeden Match verfolgen und beim US Open die Highlights», berichtete Becker über seine Zeit im Gefängnis. «Bei den ATP Finals in Turin konnte ich das Endspiel verfolgen. Also die wichtigsten Partien habe ich gesehen», sagte Becker, der seine Rolle als TV-Experte letztmals vor einem Jahr beim Australian Open ausgeübt hatte. «Was den Sport anbelangt, habe ich meine Hausaufgaben gemacht und fleissig studiert, wer in Melbourne mitspielen will und darf. Insofern glaube ich, ganz gut informiert zu sein.» 

«Ich wünsche ihm, dass er einen guten Neuanfang bekommt»

An der Seite von Moderator Matthias Stach wird der gebürtige Leimener in der Rubrik «Matchball Becker» täglich zweimal live das Turnier kommentieren: Morgens um 8.45 Uhr (MEZ) und nach dem Ende des Wettkampftages. Zudem wird Becker in Topspielen als Co-Kommentator agieren. Sehr zur Freude von Tennisstar Angelique Kerber (34). «Er hat ganz offensichtlich keine leichte Zeit hinter sich. Ich wünsche ihm, dass er einen guten Neuanfang bekommt», so Kerber zur Deutschen Presse-Agentur. Vor Ort wird der zweimalige Australian-Open-Gewinner allerdings nicht sein, sondern vom Studio in München aus arbeiten. Ein Visum wäre wegen seiner Haftstrafe auch nur schwer zu bekommen gewesen. 

Becker ist seit 2017 als Eurosport-Experte tätig. Sein Vertrag beim Sportmedium läuft Ende des Jahres aus. Infolgedessen dürfte er die kommenden French und US Open ebenfalls kommentieren – seinem Lieblingsturnier in Wimbledon wird er aber wohl fern bleiben müssen. Für dieses Spiel besitzt Eurosport nicht die Exklusivrechte, und die britische BBC plant vorerst nicht mehr mit Becker als Experten. Der Ex-Profi hätte sich nur per Video dazuschalten können, da er nach seiner Abschiebung erst wieder nach Ablauf seiner kompletten Haftstrafe Ende Oktober 2024 nach Grossbritannien einreisen darf. 

Akte Boris Becker

Becker war Ende April 2022 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen hatte. «Ich habe eine harte Lektion gelernt. Eine sehr teure. Eine sehr schmerzhafte», sagte Becker im Sat-1-Interview Mitte Dezember. Die schwere Zeit im Knast habe ihn «zurückgeholt», er glaube sogar, «das Gefängnis war gut für mich». Rund die Hälfte seiner Einnahmen muss Becker weiter an den Insolvenzverwalter abtreten. 

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(DPA)

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