Boris Johnson sieht ESC in der Ukraine statt in Grossbritannien – «fantastischer Austragungsort»
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Statt in GrossbritannienBoris Johnson sieht ESC in der Ukraine – «fantastischer Austragungsort»

Ein Musikwettbewerb im Krieg? Im Streit um eine Verlegung des nächsten ESC nach Grossbritannien winkt der 58-Jährige ab. Er verweist auf seinen Besuch in Kiew und setzt auf Zeit.

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Bei seinem Besuch in der Ukraine habe sich der britische Premierminister Boris Johnson ein Bild der Lage vor Ort machen können.

Bei seinem Besuch in der Ukraine habe sich der britische Premierminister Boris Johnson ein Bild der Lage vor Ort machen können.

via REUTERS
Aufgrund dessen sehe er kein Problem darin, den kommenden ESC, entgegen des EBU-Entscheides, vor Ort auszutragen.

Aufgrund dessen sehe er kein Problem darin, den kommenden ESC, entgegen des EBU-Entscheides, vor Ort auszutragen.

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«Kiew oder eine andere sichere ukrainische Stadt wäre ein fantastischer Austragungsort», so der 58-Jährige in einem Interview und fügt hinzu: «Es ist noch ein Jahr bis dahin, ein Jahr! Das wird okay sein.»

«Kiew oder eine andere sichere ukrainische Stadt wäre ein fantastischer Austragungsort», so der 58-Jährige in einem Interview und fügt hinzu: «Es ist noch ein Jahr bis dahin, ein Jahr! Das wird okay sein.»

AFP

Darum gehts

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich für eine Austragung des nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine ausgesprochen. «Tatsache ist, dass sie ihn gewonnen haben, und sie verdienen es, ihn zu haben», sagte der 58-Jährige in einem Interview Ende letzter Woche.

Er selbst habe sich bei einem kurzfristigen Besuch am Vortag in Kiew davon überzeugt, dass die Stadt schon sehr viel belebter sei als noch vor einigen Wochen, sagte der konservative Politiker. «Kiew oder eine andere sichere ukrainische Stadt wäre ein fantastischer Austragungsort», so Johnson und fügte hinzu: «Es ist noch ein Jahr bis dahin, ein Jahr! Das wird okay sein.»

Wäre ein ESC in der Ukraine okay?

EBU verschiebt ESC nach Grossbritannien

Mitte Mai hatte die ukrainische Gruppe Kalush Orchestra mit dem Lied «Stefania» in Turin den 66. ESC gewonnen. Damit haben die Ukrainer zum dritten Mal das Recht auf die Austragung im darauffolgenden Jahr erlangt, schon 2005 und 2017 waren sie Gastgeber gewesen. Doch wegen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem seit fast vier Monaten andauernden russischen Krieg gegen die Ukraine hatte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Freitag verkündet, Gespräche mit der BBC in Grossbritannien über die Austragung zu beginnen. Der Brite Sam Ryder (32) hatte in Turin den zweiten Platz belegt.

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur teilte die EBU mit, man habe dem bisherigen Statement nichts hinzuzufügen. Johnson selbst weckte Zweifel an seinem Optimismus, als er in einem Gastbeitrag in der «Times on Sunday» schrieb, der Westen müsse sich auf eine langwierige kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine einstellen.

Ukraine garantiert Sicherheitsnormen

Der ukrainische Kulturminister Olexander Tkatschenko (83) hatte zuvor beklagt, Kiew sei ohne eine Diskussion über mögliche Alternativen vor die Tatsache der Verlegung gestellt worden. «Wir haben Antworten und Garantien zu den Sicherheitsnormen und dem möglichen Austragungsort für den Wettbewerb gegeben», schrieb er auf Facebook. Die Austragung des ESC 2023 in der Ukraine wäre ein starkes Signal für die ganze Welt, welche das Land gerade unterstütze. Kiew fordere zusätzliche Gespräche, so Tkatschenko.  

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

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(RAT, DPA)

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