Zellulosefabrik Riedholz: Borregaard kündigt weiteren 58 Mitarbeitern

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Zellulosefabrik RiedholzBorregaard kündigt weiteren 58 Mitarbeitern

In der geschlossenen Zellulosefabrik Riedholz setzt Borregaard 58 bisher noch aufgeschobene Kündigungen um.

Für die Bereiche Hefe und Ethanol seien keine Käufer gefunden worden, begründete die Firma am Freitag. Bei den Verhandlungen über den Elektrolyse-Bereich mit 16 Angestellten sei man zuversichtlich.

Von der Stilllegung des Zellulosewerks im solothurnischen Riedholz sind insgesamt 339 Mitarbeitende betroffen. Bei Bekanntgabe des Schritts am 27. Oktober wurden die Kündigungen in den Bereichen Hefe, Ethanol und Elektrolyse aufgeschoben, weil die Firma mit potenziellen Kaufinteressenten verhandelte. Ihnen wird nun ebenfalls unter Wahrung des bestehenden Sozialplans gekündigt, nachdem die Verhandlungen erfolglos verlaufen sind.

Allein im Teilbereich Hefe hatte Borregaard nach eigenen Angaben mit über zehn Interessentengruppen gesprochen, darunter den wichtigsten Produzenten aus der Branche in Europa, Asien und Nordamerika, aber auch drei potenziellen Käufern aus der Schweiz und dem Ausland in verwandten Branchen. Dazu kamen die Kadermitarbeitenden der Borregaard, die aber ihr Projekt für ein Management Buyout Ende Oktober zurückzogen. Zu den wichtigsten Gründen für das Scheitern zählt Borregaard den Umstand, dass die Fabrik der Hefe Nord (Fermentation) veraltet sei und die Technologie den modernen Produktionsstandards nicht mehr genüge. Das Kaufinteresse habe sich entsprechend auf die Hefe Süd konzentriert.

Im Teilbereich Ethanol wurde laut Borregaard seit Anfang Oktober mit einem Schweizer Konsortium verhandelt, das die Anlage erwerben oder mieten und diese als Pilotanlage mit anderen Rohstoffen betreiben wollte. Der Vertragsabschluss sei mehrmals herausgeschoben worden, um den Interessenten mehr Zeit zu geben. Allerdings seien zentrale Fragen wie die Finanzierung und eine neue Betriebsbewilligung noch heute offen und eine Lösung in vernünftiger Frist sei nicht absehbar.

Im Teilbereich Elektrolyse mit 16 Mitarbeitenden sind laut Borregaard die Verhandlungen mit einem europäischen Interessenten weiter im Gang. Trotz einiger noch offener Fragen seien die Chancen für einen Weiterbetrieb als gut zu beurteilen, weshalb die Kündigungen weiter aufgeschoben würden.

Laut Borregaard ist die geordnete und sichere Stilllegung des Werks vor zwei Wochen angelaufen und planmässig abgeschlossen worden. Dies sei dank des engagierten Einsatzes der Mitarbeitenden ohne Zwischenfälle verlaufen. Bis Ende Jahr würden nun die Anlagen gereinigt und ausser Betrieb genommen. (dapd)

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