Aktualisiert 05.10.2004 15:13

Bosnien und Schweiz: Bessere Kooperation

Bei ihrem Arbeitsbesuch in der Schweiz hat das bosnische Präsidium für eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit geworben. Dank der Stabilität habe sich das Investitionsklima verbessert.

Die Vertreter des muslimischen und des serbischen Teilstaates, Tihic und Borislav Paravac trafen sich am Dienstag im Landsitz des Bundesrates in Kehrsatz zu Gesprächen mit Bundespräsident Joseph Deiss und Aussenministerin Micheline Calmy-Rey.

Mit Genugtuung stellte der Bundespräsident vor den Medien die Fortschritte fest, welche das Land seit dem Frieden von Dayton 1995 gemacht hat. Zeichen seien die kürzliche Rückkehr des Millionsten Flüchtlings in die Heimat sowie die erfolgreichen Kommunalwahlen vom vergangenen Wochenende.

Es gebe zwar noch einiges zu tun, und die Schweiz werde weiterhin ihren Beitrag zur Normalisierung von Bosnien-Herzegowina leisten. So seien für das laufende Jahr 17 Millionen Franken vorgesehen. Seit 1995 hat die Schweiz für die Bosnien-Hilfe 300 Millionen Franken aufgewendet.

Werben um Investitionen

Bei den Gesprächen wurden nach Angaben von Volkswirtschaftsminister Deiss auch bilaterale Wirtschaftsfragen diskutiert - etwa über das Investionsschutzabkommen. Dieses soll noch vor Ende Jahr in Kraft treten, hiess es aus der Schweizer Delegation.

Tihic wies auf die gewonnene Stabilität des Landes hin, die zum Abbau der internationalen Schutztruppe SFOR von 70 000 Mann auf nun 7000 Mann führte.

Auf die Frage nach den Auswirkungen des Erfolges der Nationalisten bei den Wahlen wies er die Unterscheidung Nationalisten/Nicht-Nationalisten zurück. In seinem Land würden sich die Parteien in ihrer Haltung zu Reformen unterscheiden. Die Befürworter von Reformen und Öffnung hätten aber gewonnen.

Bosnien will aufholen

Tihic warb im Lohn für einen vertieften Wirtschaftsaustausch mit der Schweiz, vor allem im Bereich Investitionen. Mit diesem Ziel nehmen die beiden Mitglieder des Präsidums am Mittwoch an einem Business-Forum der Schweizer Organisation zur Erleichterung von Investitionen (SOFI) in Zürich teil.

Die bosnische Präsidentschaft besteht aus je einem Vertreter des kroatischen, des serbischen und des bosniakischen (muslimischen) Teilstaates. Der Vertreter der Kroaten konnte wegen eines Todesfalles in der Familie nicht nach Bern kommen, wie Tihic erläuterte.

(sda)

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