Bosnische Serben geben Lage von Massengräbern bekannt
Aktualisiert

Bosnische Serben geben Lage von Massengräbern bekannt

Die Regierung des serbischen Teils von Bosnien-Herzegowina hat erstmals die Lage von neuen Massengräbern mit Opfern des Massakers von Srebrenica bekannt gegeben.

Wie der Leiter der bosnisch-serbischen Kommission zur Aufarbeitung des Massakers von 1995, Milan Bogdanic, am Freitag mitteilte, entdeckte die Kommission aufgrund von Informationen aus Verteidigungs- und Innenministerium sechs neue Massengräber.

Sie habe die Gräber bereits besucht und der Regierung einen ersten Bericht dazu übergeben, sagte Bogdanic. Der Abschlussbericht der Kommission zu den Hintergründen des Massakers wird für Mitte Juni erwartet.

Das Massaker von Srebrenica gilt als das grösste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. In der damals unter UNO-Schutz stehenden ostbosnischen Stadt wurden binnen weniger Wochen mehr als 7000 moslemische Männer und Jungen von serbischen Truppen getötet.

Im September 2002 hatte ein Bericht der Regierung der Serbischen Republik weltweit Empörung ausgelöst, in dem das Massaker geleugnet und die Zahl der Opfer heruntergespielt wurde. Erst auf internationalen Druck setzte sie im Dezember die Kommission ein, um die Hintergründe des Massakers zu untersuchen.

Bislang wurden in der Region von Srebrenica 60 Massengräber entdeckt und rund 6000 Leichen exhumiert. Das Schicksal von rund tausend weiteren Vermissten blieb unbekannt. Laut Bogdanic dienten die sechs Massengräber zur Beerdigung von zuvor bereits verscharrten Leichen. Wo sie sich befinden, wollte er nicht sagen. (sda)

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