Rümlang ZH: Bosnischer Einbrecher verurteilt
Aktualisiert

Rümlang ZHBosnischer Einbrecher verurteilt

Um seine Pokerspiele zu finanzieren, hat ein bosnischer Kartengeber aus Regensdorf zusammen mit zwei Komplizen in Rümlang bei drei Einbrüchen über 1000 Kleidungsstücke für eine Viertel Million Franken erbeutet. Dafür muss er für 42 Monate ins Gefängnis und nachher die Schweiz verlassen.

von
Attila Szenogrady

«Ich wurde vom Teufel geritten», erklärte der heute 33-jährige am Donnerstag vor dem Zürcher Obergericht. 1995 war der Bosnier als Kriegsflüchtling in die Schweiz gekommen und entpuppte sich zunächst als eifriger Schüler. Im Jahre 2000 schloss er bei einer Bülacher Firma eine Lehre als Polymechaniker mit den Bestnoten ab und wurde sogar für seine eindrücklichen Leistungen in der Zeitung gelobt.

Vom fleissigen Handwerker zum fleissigen Einbrecher

Bis 2004 arbeitete der Beschuldigte als fleissiger Handwerker. Bis er dann im Alter von 25 Jahren auf die schiefe Bahn geriet. Er fand Geschmack an Glücksspielen. Zunächst an Billard, dann am Poker. Damit auch am Nachtleben. Er schlief deshalb lieber aus und meldete sich arbeitslos. Allerdings musste er das neue Leben finanzieren und betätigte sich in der Folge als fleissiger Profieinbrecher. Seine kriminelle Karriere endete vorerst am 11. März 2008 vor dem Bezirksgericht Bülach. Dort kassierte er wegen bandenmässigen Diebstahls, Körperverletzung, Raufhandels und weiteren Delikten eine unbedingte Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren.

Rückfall in der Probezeit

Im August 2008 wurde der Mann aus Regensdorf vorzeitig aus der Haft entlassen und betätigte sich als Limousinenchauffeur und Kartengeber in einem Pokerlokal. Trotz laufender Probezeit konnte er einem Angebot eines Kollegen nicht widerstehen. Dieser schlug ihm vor, in Rümlang eine Kleiderfirma auszuräumen. Gesagt, getan. Bis zum Mai 2009 suchte das Diebesduo zusammen mit einem dritten Mann das Unternehmen mehrfach auf und machte fette Beute. Die Einbrecher konnten über 1000 Kleidungsstücke für eine Viertel Million Franken abschleppen.

Leichte Strafsenkung mit einem kosmetischen Wert

Im September 2011 musste sich der erneut erwischte Kartengeber zuerst vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Er wurde wegen gewerbsmässigen Diebstahls zu einer Gesamtstrafe von 45 Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Zu viel für den Verteidiger, der Berufung einlegte und am Donnerstag vor Obergericht eine deutliche Strafsenkung auf noch 21 Monate verlangte. Der Rechtsanwalt verneinte dabei die Gewerbsmässigkeit der Delikte.

Obwohl das Obergericht bei der rechtlichen Würdigung der Verteidigung folgte und ein berufsmässiges Vorgehen verneinte, kam es nur zu einer leichten Strafsenkung mit einem kosmetischen Wert. So setzte das Obergericht neu eine Gesamtstrafe von 42 Monaten fest und sprach von einem Grenzfall. So habe der Beschuldigte das erbeutete Geld nicht für sein Leben gebraucht, sondern für die Pokerspiele ausgegeben, erklärte der Vorsitzende Peter Marti. Aufgrund der einschlägigen Vorstrafen und der Uneinsichtigkeit des Täters sei nur noch ein kleiner Rabatt angezeigt. Marti machte dem Angeschuldigten auch klar, dass er nach der Strafverbüssung die Schweiz verlassen müsse.

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