«Undercover Boss»: Bosse sollen putzen
Aktualisiert

«Undercover Boss»Bosse sollen putzen

RTL landete mit «Undercover Boss» einen Quotenhit. Der Sender 3+ will nachziehen. Und bringt Schweizer Chefs wohl bald so richtig ins Schwitzen.

von
Bettina Bendiner
Bei Joey's Pizzaservice bäckt für einmal Chef Karsten Freigang ­Pizzas. (Foto: RTL)

Bei Joey's Pizzaservice bäckt für einmal Chef Karsten Freigang ­Pizzas. (Foto: RTL)

Jeweils 5,5 Millionen Zuschauer verfolgten auf RTL, wie Chefs von Grossfirmen Toiletten schrubbten oder Tiefkühlprodukte verkauften. Vier Folgen «Undercover Boss» sicherten dem Sender Traumquoten von durchschnittlich 17 Prozent Marktanteil. An diesen Erfolg will der Privatsender 3+ schleunigst anknüpfen, wie Recherchen von 20 Minuten ergaben.

«‹Undercover Boss› gefällt uns sehr. Wir hatten uns letzten Sommer überlegt, eine Schweizer Version zu machen, und das Projekt dann auf dieses Jahr verschoben», sagt Senderchef Dominik Kaiser. Das Konzept von «Undercover Boss» ist einfach: Der Big Boss macht sich für einmal selbst die Finger schmutzig. Während einer Woche schnuppert der Chef unter einem Pseudonym in verschiedenen Ab­teilungen seiner ­Firma. Mit grossem Erfolg: So fühlte sich Jo­hannes Borgmann, der eine Toi-Toi-WC-Vertriebsfirma leitet, nach dem Experiment «geerdet». Best-Western-Hotelchef Marcus Smola glaubte danach, die Sorgen seiner Mitarbeiter besser zu kennen.

Die Idee ist eigentlich alt­bekannt. Seit den 60er-Jahren schleust sich Günter Wallraff bei grossen Firmen ein. «Undercover Boss» rezykliert dieses Prinzip und verwandelt sozialkritische Beobachtung in süffige Fernsehunterhaltung. Kaiser fehlt nur noch eines zum Glück: «Interessierte Chefs können sich gerne bei uns melden.»

Welchen Schweizer Big Boss würden Sie gerne im Blaumann sehen? Oder würden Sie sich freuen, wenn Sie CS-Chef Brady Dougan plötzlich am Bankschalter bedient? Hier gehts zur Umfrage.

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