Terror in Paris: Boston-Bomber will Prozess verschieben
Aktualisiert

Terror in ParisBoston-Bomber will Prozess verschieben

Die Anwälte von Dschochar Zarnajew haben wegen der Terroranschläge in Frankreich um eine Aussetzung der Geschworenenauswahl in dessen Prozess gebeten.

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Hier findet der Prozess gegen Tschochar Zarnajew statt: das Schwurgericht in Boston.

Hier findet der Prozess gegen Tschochar Zarnajew statt: das Schwurgericht in Boston.

AFP/Andrew Burton
In den kommenden Wochen werden aus rund 1200 Bürgern zwölf Geschworene sowie sechs Ersatzjuroren ausgewählt, die sowohl der Verteidigung wie auch der Anklage passen.

In den kommenden Wochen werden aus rund 1200 Bürgern zwölf Geschworene sowie sechs Ersatzjuroren ausgewählt, die sowohl der Verteidigung wie auch der Anklage passen.

AFP/Andrew Burton
Richter George O'Toole hat mitgeteilt, dass der Strafprozess auf den 26. Januar angekündigt wird - frühstens.

Richter George O'Toole hat mitgeteilt, dass der Strafprozess auf den 26. Januar angekündigt wird - frühstens.

Keystone/Jane Flavell Collins

Die Anwälte des mutmasslichen Attentäters auf den Boston-Marathon haben eine Verschiebung des Prozesses gefordert. Die Verteidigung des 21-jährigen Dschochar Zarnajew begründete dies mit der Terrorwelle in Frankreich, wie die Zeitung «Boston Globe» in der Nacht auf Mittwoch unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtete.

Die blutigen Ereignisse im Grossraum Paris würden mögliche Geschworene beeinflussen. Nach den Anschlägen mit insgesamt 17 Toten waren in medialen und politischen Debatten Parallelen zum Boston-Attentat gezogen worden. Wie US-Medien berichteten, erhofft sich Zarnajews Verteidigung von einer Prozesspause nun, dass die «Vorurteile» und die Vergleiche beider Ereignisse nachliessen.

Zarnajew droht die Todesstrafe

Die Anklage wirft Zarnajew vor, am 15. April 2013 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Tamerlan auf der Zielgeraden zwei Bomben zur Explosion gebracht zu haben. Bei dem schwersten Terroranschlag in den USA seit dem 11. September 2001 waren drei Zuschauer getötet und 260 verletzt worden. Der Prozess hatte vergangene Woche mit der Jury-Auswahl begonnen.

Der Prozess gegen Zarnajew hatte am Montag vergangener Woche mit der Auswahl der Geschworenen begonnen, die mehrere Wochen dauern könnte. Dem 21-Jährigen droht bei einer Verurteilung die Todesstrafe. (sda)

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