Italien/Simbabwe: Botschafter abgezogen

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Italien/SimbabweBotschafter abgezogen

Italien hat seinen Botschafter in Simbabwe vorerst abgezogen. Die Italiener schlagen vor, dass die EU dasselbe tun soll, um gegenüber Mugabe ein deutliches Zeichen zu setzen.

Mario Bologna sei aus Harare zu Konsultationen zurückbeordert worden, hiess es am Montag im Aussenministerium in Rom. Die Abberufung folgt der Forderung Italiens vom Freitag, alle EU-Botschafter aus dem südafrikanischen Land abzuziehen, um gegen die Politik von Machthaber Robert Mugabe zu protestieren.

Italien sei nach wie vor der Meinung, dass ein Abzug aller Botschafter das deutlichste Signal sei, um die komplette Ablehnung der Politik Mugabes durch die internationale Gemeinschaft zu zeigen, hiess es in einer Erklärung des Aussenministeriums. Die übrigen EU-Staaten sollten Italiens Vorbild folgen. Auch die Abberufung des EU-Vertreters wäre ein deutliches politisches Signal an Mugabe, hiess es weiter.

Der Leiter der EU-Vertretung in Harare, Xavier Marchal, hatte dem Vorschlag des italienischen Aussenministers und früheren EU-Kommissars Franco Frattini nur wenige Stunden zuvor widersprochen. Seine Delegation mit ihren rund 50 Mitarbeitern jedenfalls sollte «vor Ort und aktiv bleiben, mindestens so aktiv wie früher», sagte er am Montag. Wer nicht mehr im Land sei, könne die Lage vor Ort auch nicht mehr beeinflussen. (dapd)

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