Aktualisiert 06.02.2014 08:39

Russland und USA

Botschafter sticheln wegen Pussy Riot

Via Twitter und den Medien haben sich die Uno-Botschafter von Russland und den USA gegenseitig auf die Schippe genommen. Anlass war ein Besuch der Punkband Pussy Riot in den USA.

Die Musikerinnen von Pussy Riot weilen zurzeit in den USA, um an Konzerten von Amnesty International teilzunehmen.

Die Musikerinnen von Pussy Riot weilen zurzeit in den USA, um an Konzerten von Amnesty International teilzunehmen.

Die Uno-Botschafter von Russland und den USA haben sich einen verbalen Schlagabtausch wegen der russischen Protest-Punkband Pussy Riot geliefert. Anlass war ein Treffen von US-Botschafterin Samantha Power mit zwei Mitgliedern der Gruppe, die kürzlich aus dem Gefängnis freigekommen waren.

Anschliessend twitterte die amerikanische Botschafterin, sie habe «zwei mutige Störenfriede» getroffen. Auf die Frage, ob sie Angst vor dem Gefängnis gehabt hätten, hätten die Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa geantwortet: «Nein. Im Gefängnis konnten wir die schrecklichen Zustände sehen. Das war Feldforschung für Menschenrechte.»

Alechina und Tolokonnikowa wurden im Dezember nach beinahe zwei Jahren Haft freigelassen. Sie waren verurteilt worden, weil sie ein Protestkonzert in einer russischen Kirche gegeben hatten. In die USA sind sie gereist, um an einem Konzert der Menschenrechtsorganisation Amnesty International teilzunehmen.

Als der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin auf einer Pressekonferenz am späten Mittwochabend auf das Treffen von Power mit den beiden Musikerinnen angesprochen wurde, fragte er spöttelnd: «Sie hat sich jetzt aber nicht der Band angeschlossen?» Als die Journalisten in Gelächter ausbrachen, fuhr er fort: «Ich würde von ihr erwarten, dass sie sie zu einem Auftritt in die National Cathedral in Washington einlädt. Das ist meine Erwartung. Vielleicht können sie ja sogar eine Welttournee organisieren – Petersdom in Rom, vielleicht Mekka in Saudi-Arabien und die Klagemauer in Jerusalem.» Er wäre enttäuscht, wenn Power dahinter zurückbleiben würde.

Das rief wiederum Power auf den Plan: «Botschafter Tschurkin. Es wäre mir eine Ehre, mit Pussy Riot auf Tournee zu gehen – einer Gruppe Mädchen, die für Menschenrechte die Stimme erheben und aufstehen. Wollen Sie sich uns nicht anschliessen?», twitterte die Diplomatin. Sie selbst könne zwar nicht singen, aber wenn Pussy Riot sie fragen würde, dann würde sie das erste Konzert für die politischen Gefangenen in Russland geben. (sda)

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