Zurück nach Kanada: Boucher verlässt den SC Bern Ende Saison
Aktualisiert

Zurück nach KanadaBoucher verlässt den SC Bern Ende Saison

Der SC Bern muss sich auf die Suche nach einem neuen Trainer begeben. Guy Boucher kehrt im Frühling in seine Heimat Kanada zurück.

von
Peter Berger

Ende Saison ist Schluss: Der Kanadier Guy Boucher gibt seinen Trainerjob beim SC Bern aus familiären Gründen auf und kehrt nach Nordamerika zurück.

Guy Boucher hat die SCB-Verantwortlichen am Dienstag über seinen Entscheid informiert. «Es war ein mehrmonatiger familieninterner Prozess, der zu diesem Entschluss geführt hat», so der 44-jährige Kanadier. «Bereits im vergangenen März bin ich für einige Tage in meine Heimat zurückgekehrt, nachdem meine Mutter die Diagnose eines Krebsleidens erhalten hatte.» Der Mutter gehe es bezüglich des Krebsleidens wieder besser. Er möchte aber in Zukunft näher bei ihr wohnen, so Boucher weiter. Auch für die Kinder sei eine Rückkehr der richtige Entscheid. «Sie sind nun in ein Alter kommen, wo der Familienzusammenhalt und ihr soziales Netzwerk eine noch grössere Rolle spielen.»

Der SC Bern muss sich somit keine Gedanken mehr machen, wie denn eine mögliche Vertragsverlängerung aussehen würde. Nach Bouchers intensivem Flirt im Sommer mit NHL-Clubs sagt Sportchef Sven Leuenberger: «Eine Verlängerung mit Ausstiegsklausel wäre für uns eher nicht mehr in Frage gekommen.» Weil er aber um die familiäre Situation gewusst habe, sei er vom Entscheid des Trainers nicht überrascht, so Leuenberger. «Den Termin für das Gespräch hatten wir übrigens schon vor längerer Zeit vereinbart gehabt.»

Gibt's einen «Ruhnke-Effekt»?

Befürchtungen, dass die vorzeitige Bekanntgabe des Abgangs negative Folgen haben könnte, hat Leuenberger nicht: «Sollten die Spieler nicht mehr mitziehen, würden sie sich bei unserem Malus-System ins eigene Fleisch schneiden.» Viel lieber denkt der Sportchef an ein vergleichbares Vorgehen: Im Dezember 2003 hatte Kent Ruhnke dem SCB mitgeteilt, dass er Ende Saison nicht mehr Trainer sein werde. Im Frühjahr verabschiedete er sich als Meister. An Boucher soll Gleiches jedenfalls nicht scheitern. «Ich will mit meiner Mannschaft gewinnen. Und ich bin motivierter denn je, von meiner Seite aus alles dafür zu geben», verspricht er.

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