Aktualisiert 18.04.2014 19:32

AlgerienBouteflika gewinnt Präsidentenwahl

Der gesundheitlich angeschlagene algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika ist nach amtlichen Angaben mit 81 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Kritiker sprechen von Wahlbetrug.

Hat die Präsidentenwahl nach Regierungsangaben für sich entschieden: Abdelaziz Bouteflika

Hat die Präsidentenwahl nach Regierungsangaben für sich entschieden: Abdelaziz Bouteflika

Algerien wird in den kommenden Jahren einen gesundheitlich schwer angeschlagenen Präsidenten haben: Innenminister Taieb Belaiz teilte am Freitag mit, der 77-jährige Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika sei mit 81 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Bouteflikas Hauptkonkurrent Ali Benflis, ein ehemaliger Ministerpräsident, hatte bereits nach Schliessung der Wahllokale am Donnerstagabend von einem «massiven Wahlbetrug» gesprochen. Er will das Ergebnis anfechten.

Den amtlichen Angaben zufolge lag die Wahlbeteiligung bei 51,7 Prozent und damit deutlich unter den 75 Prozent, die noch 2009 ihre Stimmen abgegeben hatten. Aktivisten und Oppositionspolitiker bezeichneten diese offiziellen Angaben von 2009 als aufgebläht.

Bouteflika erlitt 2013 einen Schlaganfall. Seitdem hat er Schwierigkeiten beim Sprechen und Gehen. Daher gibt es Zweifel, inwieweit er sein Amt noch ausüben kann. Das mächtige Militär und der Geheimdienst hielten aber an ihm fest. Bouteflika steht nun vor seiner vierten Amtszeit, was nur durch eine Verfassungsänderung möglich wurde.

Benflis sprach bereits am Donnerstagabend von einem «grossen Verbrechen gegen unser Land», bei dem «die Stimmen der Bürger gestohlen und der Volkswille blockiert wurde».

Die Wahlkommission erklärte, abgesehen von ein paar Zwischenfällen sei die Wahl ruhig verlaufen. Es habe nur 130 Beschwerden gegeben. 23 Millionen Wähler hatten sich registrieren lassen. (sda)

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