Verletzte Journalistin: Bouvier rettet sich in den Libanon
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Verletzte JournalistinBouvier rettet sich in den Libanon

Die in der Stadt Homs verletzte französische Journalistin Edith Bouvier ist im Libanon angekommen. Sie war mit dem britischen Fotografen Paul Conroy unterwegs.

Die in der umkämpften Stadt Homs verletzte französische Journalistin Edith Bouvier und ihr Landsmann William Daniels sind aus Syrien entkommen.

Bouvier wurde am Freitag in der libanesischen Hauptstadt Beirut im Spital behandelt und soll nach Frankreich zurückkehren, wie aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete. Auch Daniels wurde nach Angaben des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy nach Libanon gebracht.

«Ich hatte sie am Telefon. Sie ist mit ihrem Kollegen zusammen, ausserhalb Syriens», sagte Sarkozy am Donnerstag auf dem EU-Gipfel in Brüssel über ein Gespräch mit Bouvier. Sarkozy machte keine Angaben darüber, wie Bouvier und Daniels über die Grenze gelangten. «Tüchtige Menschen» hätten das bewerkstelligt.

Hilferuf von verletzten Journalisten

Ins Bekaa-Tal geschmuggelt

Bouvier sei in das Bekaa-Tal im Nordosten Libanons geschmuggelt worden, verlautete in Beirut. Ein Konvoi aus Krankenwagen und Polizeifahrzeugen habe sie dann inmitten eines heftigen Schneesturms in ein Beiruter Spital gebracht.

Bouvier war in der vergangenen Woche bei einem Raketenangriff auf ein improvisiertes Pressezentrum in dem umkämpften Stadtviertel Baba Amro in Homs verletzt worden. Der dabei ebenfalls verletzte britische Journalist Paul Conroy war bereits vor ihr von Aktivisten nach Libanon gebracht worden.

Die für die Londoner «Sunday Times» tätige US-Journalistin Marie Colvin und der französische Fotograf Remi Ochlik wurden bei dem Angriff getötet. Colvin und Ochlik wurden von syrischen Aktivisten nach im Internet veröffentlichten Videos auf einem Friedhof in Homs beigesetzt.

Die amtliche Nachrichtenagentur SANA meldete hingegen am Donnerstagabend, Experten der Regierung hätten die Leichen von drei ausländischen Journalisten gefunden und zur Identifizierung nach Damaskus gebracht.

Dabei solle es sich um Colvin, Ochlik und den Spanier Javier Espinosa handeln. Espinosas Arbeitgeber «El Mundo» hat allerdings erklärt, der Journalist sei bereits im Libanon in Sicherheit. (sda/dapd)

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