Amnesty International: «Boykott der Fussball-WM in Katar wäre ein Rückschritt»
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Amnesty International«Boykott der Fussball-WM in Katar wäre ein Rückschritt»

Die WM wird ein Streitpunkt bleiben. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International rät von einem Boykott ab – und nennt Gründe.

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Katar steht in der Kritik. Mehr als 6500 Arbeiter sollen seit der Vergabe der WM an den Wüstenstaat auf den Baustellen gestorben sein. 

Katar steht in der Kritik. Mehr als 6500 Arbeiter sollen seit der Vergabe der WM an den Wüstenstaat auf den Baustellen gestorben sein.

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Katars Regierungspressestelle erklärte auf Anfrage der DPA, in dem Emirat lebten mehr als 1,4 Millionen Menschen aus den genannten Ländern. Von diesen Millionen Menschen sei ein «kleiner Prozentsatz» verschieden.

Katars Regierungspressestelle erklärte auf Anfrage der DPA, in dem Emirat lebten mehr als 1,4 Millionen Menschen aus den genannten Ländern. Von diesen Millionen Menschen sei ein «kleiner Prozentsatz» verschieden.

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Die Fussball-WM findet 2022 statt. 

Die Fussball-WM findet 2022 statt.

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Darum gehts

  • Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist gegen einen WM-Boykott.

  • Es käme einem Rückschritt gleich, sagt die Organisation.

  • Es müssten Gespräche stattfinden.

  • Auch Fifa-Präsident Gianni Infantino ist gegen einen Boykott.

Amnesty International hält einen Boykott der Fussball-WM in Katar 2022 für nicht sinnvoll. «Katar hat sich durchaus gesprächsbereit gezeigt und Reformen angestossen», sagte die Katar-Expertin Regina Spöttl von der Menschenrechtsorganisation in Deutschland dem Nachrichtenportal watson.de. Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Beat Gerber von Amnesty International Schweiz: «Grundsätzlich sind wir gegen einen Boykott. Es liegt nun auch in den Händen der Fifa und der Verbände, Verantwortung zu übernehmen.»

Nachdem zuletzt mehrere norwegische Erstliga-Clubs ihre Nationalmannschaft aufgefordert haben, der Endrunde vom 21. November bis 18. Dezember nächsten Jahres fernzubleiben, ergänzte Spöttl: «Es gibt Fortschritte, und mit einem Boykott würden diese um Jahre zurückgeworfen werden.» Auch die deutsche Fanvereinigung ProFans hatte sich generell gegen eine Teilnahme ausgesprochen.

Sportfunktionäre, Spieler, Verbände soll sich einsetzen

Amnesty setze auf Aufdeckung und Sichtbarmachung der Missstände und den Dialog mit allen Beteiligten, betonte aber Spöttl. Aus ihrer Sicht kann Katar vielmehr eine wichtige Vorbildfunktion in der arabischen Welt einnehmen. Sportfunktionäre, Spieler, Verbände und andere Beteiligte sollten sich auch einsetzen und einbringen, um «ihren Gesprächspartnern und persönlichen Kontakten in Katar die Probleme nahezubringen».

Spöttl äusserte sich auch zu einem Bericht der englischen Zeitung «The Guardian», wonach in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Arbeiter aus fünf asiatischen Ländern in Katar gestorben sein sollen. «Ich fürchte, diese hohe Zahl stimmt», sagte sie. «Allerdings ist es sehr schwierig zu überprüfen, wie viele Todesfälle es im Umfeld der WM gegeben hat und welche die Ursachen dafür waren. Katar hat keine offiziellen Daten dazu veröffentlicht.»

Auch Fifa-Präsident Gianni Infantino äusserte jüngst kein Verständnis für Boykottüberlegungen. Ein solcher sei «definitiv nicht die richtige Massnahme», um etwas zu erreichen, sagte der Boss des Weltverbandes. «Es ist immer, war immer und wird immer der einzige Weg sein, in den Dialog zu treten und sich zu engagieren, um Veränderungen herbeizuführen», hatte der 50-jährige Fifa-Chef argumentiert.

(dpa/hua)

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