Aktualisiert 01.03.2019 07:10

«Geldwäsche»Brachte Privatjet Gold aus Venezuela nach Zürich?

Ein Flugzeug einer venezolanischen Ölfirma ist in die Schweiz geflogen. Insider spekulieren, dass damit Gold transportiert und Geldwäsche betrieben worden sei.

von
ehs/zos
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Ein Privatjet aus Venezuela ist in die Schweiz geflogen – und sorgt für Spekulationen. Wurde damit Gold transportiert - oder Personen, die auf der US-Sanktionsliste stehen? (Im Bild: Das Flugzeug am Flughafen Zürich)

Ein Privatjet aus Venezuela ist in die Schweiz geflogen – und sorgt für Spekulationen. Wurde damit Gold transportiert - oder Personen, die auf der US-Sanktionsliste stehen? (Im Bild: Das Flugzeug am Flughafen Zürich)

Twitter/@FedericoBlackB
Es handelt sich dabei um eine Dassault Falcon 900EX, die einer staatlichen Öl-Firma Venezuelas gehört. (Bild: Das Flugzeug im März 2008)

Es handelt sich dabei um eine Dassault Falcon 900EX, die einer staatlichen Öl-Firma Venezuelas gehört. (Bild: Das Flugzeug im März 2008)

Wikimedia
Wie Daten von «Flightaware» zeigen, ist das Flugzeug am Donnerstag von Zürich nach Genf geflogen. Ein venezolanischer Journalist schreibt, es sei auf irreguläre Weise Gold in die Schweiz transportiert worden.

Wie Daten von «Flightaware» zeigen, ist das Flugzeug am Donnerstag von Zürich nach Genf geflogen. Ein venezolanischer Journalist schreibt, es sei auf irreguläre Weise Gold in die Schweiz transportiert worden.

Screenshot Flightaware

Ein Privatflugzeug aus Venezuela ist in die Schweiz geflogen – und sorgt zurzeit für Spekulationen. Gemäss Flugdaten hat die Dassault Falcon 900EX am Sonntag auf dem Flughafen von Caracas in Venezuela abgehoben und Kurs auf Santa Maria in Portugal genommen. Venezolanische Medien spekulieren, dass sich Funktionäre und Familienmitglieder aus dem Umfeld des Staatspräsidenten Nicolás Maduro mit dem Flug abgesetzt haben könnten.

Laut dem Newsportal «El Pitazo» sei das Flugzeug gleich nach dem Start vom Radar verschwunden. Es sei auf den Azoren zwischengelandet und am Dienstag in Zürich angekommen. Es habe sich um einen höchst irregulären Flug gehandelt, schreibt das Portal mit Verweis auf Insider: So sei der Luftraum der Insel Trinidad verletzt worden, Flughafen-Mitarbeiter seien angewiesen worden, den Flug diskret zu behandeln.

Flugzeug gehört Öl-Gesellschaft

Dass der Jet in der Schweiz gelandet ist, zeigen Daten des Portals «Flightaware». Das Flugzeug ist demnach am Donnerstagmorgen von Zürich nach Genf geflogen. Gemäss der Airline-Plattform «Planelogger» gehört es der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela.

Laut dem venezolanischen Investigativ-Journalisten Federico Black B. steht diese Gesellschaft unter Kontrolle der Nationalversammlung. Lokale Medien halten es für wahrscheinlich, dass das Flugzeug von Personen aus dem Umfeld Maduros genutzt wurde – nicht zuletzt, weil es vom Flughafen der Hauptstadt abhob.

Goldtransport und Geldwäsche?

Journalist Black schreibt auf Twitter, es handle sich beim Flug in die Schweiz um einen irregulären Goldtransport. Zudem sollen sich an Bord Funktionäre und Familienmitglieder befunden haben, die auf der US-Sanktionsliste stehen. Mit dem Flug sei Geldwäsche betrieben worden, schreibt der Journalist. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) sei über die Landung in Zürich informiert worden.

Letzte Woche sind acht Tonnen Gold aus den Tresoren der Zentralbank Venezuelas verschwunden, die angeblich ins Ausland verkauft wurden, wie das Portal «El Nacional» die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. In Venezuela wird darüber spekuliert, dass der Flug in die Schweiz mit diesem Vorfall zu tun haben könnte, wie ein Insider zu 20 Minuten sagt.

Möglich ist auch, dass der Flug mit einem anfangs Februar bekannt gewordenen Verkauf von drei Tonnen Gold durch die venezolanische Nationalbank an die Investmentfirma Noor Capital aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammenhängt. Mit dem Verkauf wollte die Maduro-Regierung für Liquidität angesichts der wegfallenden Öl-Erträge sorgen.

Am Donnerstagmittag hob das Flugzeug in Genf wieder ab, wie öffentlich zugängliche Daten zeigen – und landete am Abend in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate.

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