Xiaomi Mi Mix: Brack verkaufte nicht zugelassenes Smartphone

Aktualisiert

Xiaomi Mi MixBrack verkaufte nicht zugelassenes Smartphone

Mit dem Mi Mix macht Xiaomi Apple und Samsung Konkurrenz. In der Schweiz darf das Smartphone aber noch nicht verkauft werden. Bei Brack.ch war es trotzdem erhältlich.

von
F. Lindegger

Jean-Claude Frick, Digital-Experte bei Comparis, über die Wichtigkeit, als Erster neue Geräte zu verkaufen. (Video: 20 Minuten)

Das Smartphone Mi Mix des chinesischen Herstellers Xiaomi sorgte bei seiner Lancierung für Aufsehen. Die Vorderseite des Geräts besteht praktisch nur aus Bildschirm, die Rückseite ist aus Keramik gefertigt. Entworfen wurde das Mi Mix vom französischen Stardesigner Philippe Starck. Auch technisch steht das Mi Mix den Smartphones der Marktführer Apple und Samsung in nichts nach.

In der Schweiz ein Xiaomi Mi Mix zu kaufen, ist aber schwierig. Grund: Es liegen noch nicht alle Zertifikate vor, die für den Verkauf in der Schweiz benötigt werden. So fehlt beispielsweise eine CE-Kennzeichnung. Deshalb ist das Mi Mix praktisch nur über private Verkäufer auf Online-Plattformen erhältlich. Mit einer Ausnahme: Der Online-Händler Brack verkaufte das Xiaomi Mi Mix in seinem Webshop. Nach einer Anfrage von 20 Minuten nahm Brack das Smartphone aus dem Angebot.

Getestet, aber nicht zertifiziert

«Da ist uns ein Fehler unterlaufen», teilt das Unternehmen mit. Alle anderen Artikel des Herstellers Xiaomi, die das Unternehmen verkaufe, seien entsprechend zertifiziert. «Wir haben das Xiaomi Mi Mix zwar vorab ausführlich getestet, aber – entgegen dem bei uns üblichen Vorgehen – noch vor Erhalt der Hersteller-Prüfzertifikate in den Verkauf gebracht», erklärt ein Sprecher. Man stehe derzeit in Kontakt mit dem Lieferanten und fordere die Prüfzertifikate an. Bis alles geklärt sei, habe man den Verkauf gestoppt. Rund zwei Dutzend Exemplare habe man bisher abgesetzt.

Smartphones, die in der Schweiz verkauft werden, müssen eine CE-Kennzeichnung oder ein vergleichbares Zertifikat tragen. Die CE-Kennzeichnung ist dabei kein Prüfsiegel, sondern wird vom Hersteller selbst angebracht. Er erklärt damit, dass er die gültigen Richtlinien einhält. Der Händler beziehungsweise der Importeur muss überprüfen, ob alle notwendigen Zertifikate für den Verkauf vorliegen.

1 / 8
Im vergangenen November stellte der chinesische Hersteller Xiaomi das Modell Mi Mix vor. Fast die komplette Vorderseite besteht beim Xiaomi Mi Mix aus Bildschirm.

Im vergangenen November stellte der chinesische Hersteller Xiaomi das Modell Mi Mix vor. Fast die komplette Vorderseite besteht beim Xiaomi Mi Mix aus Bildschirm.

Xiaomi
Gestaltet wurde das futuristische Gerät vom französischen Designer Philippe Starck.

Gestaltet wurde das futuristische Gerät vom französischen Designer Philippe Starck.

Xiaomi
Auch die Hardware weiss zu überzeugen. Auf der Rückseite gibt es eine 16-Megapixel-Kamera. Als Prozessor nutzt Xiaomi einen Snapdragon 821 von Qualcomm und das Gerät verfügt über 128 Gigabyte internen Speicher.

Auch die Hardware weiss zu überzeugen. Auf der Rückseite gibt es eine 16-Megapixel-Kamera. Als Prozessor nutzt Xiaomi einen Snapdragon 821 von Qualcomm und das Gerät verfügt über 128 Gigabyte internen Speicher.

Xiaomi

Geschieht das nicht, kann das rechtliche Konsequenzen haben. So kann das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) eine «Verfügung betreffend Nichtkonformität» erlassen. Dabei wird der Verkauf der Geräte verboten. Das kann bloss vorläufig sein oder gar mit einem Rückruf einhergehen. Im Wiederholungfall droht dem Händler eine Busse, wie das Bakom mitteilt. Im Fall der von Brack verkauften Mi-Mix-Smartphones, haftet nun der Schweizer Händler für allfällige Schäden, die auf Mängel zurückgehen. «Kunden, die den fraglichen Artikel gekauft haben und sich unsicher fühlen, erhalten von Brack den Kaufpreis zurückerstattet», so das Unternehmen.

Deine Meinung