Aktualisiert 23.05.2019 04:50

Breitling-Chef«Brad Pitt rufe ich immer wieder mal an»

Georges Kern ist Chef der Schweizer Uhrenmarke Breitling. Im Interview spricht er über Protzuhren, Hollywoodstars und guten Geschmack.

von
Dominic Benz
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Breitling hat eine neue Boutique eröffnet. Sie befindet sich im Warenhaus Jelmoli in Zürich.

Breitling hat eine neue Boutique eröffnet. Sie befindet sich im Warenhaus Jelmoli in Zürich.

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An der Eröffnung waren Jelmoli-Chef Franco Savastano und Breitling-Chef Georges Kern anwesend.

An der Eröffnung waren Jelmoli-Chef Franco Savastano und Breitling-Chef Georges Kern anwesend.

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In der neuen Breitling-Boutique gibt es eine Lounge...

In der neuen Breitling-Boutique gibt es eine Lounge...

20 Minuten

Die Uhrenmarke Breitling hat kürzlich im Zürcher Warenhaus Jelmoli eine Boutique eröffnet. 20 Minuten war dabei und hat mit Breitling-Chef Georges Kern gesprochen.

Heute hat jeder ein Smartphone in der Tasche. Warum soll man überhaupt noch eine Uhr tragen?

Es geht heute bei einer Uhr nicht mehr um das Ablesen der Zeit. Eine Uhr ist ein Lebensgefühl. Es geht ähnlich wie bei Kunst und Schmuck um Emotionen, Design, Handwerk und Lifestyle.

Keine Angst vor der Smartwatch?

Bei digitalen Uhren wie der Apple Watch geht es mehr um Sport und das Sammeln von Gesundheitsdaten. Wir sind zwar alle im gleichen Markt tätig. Aber man kann eine mechanische Luxusuhr nicht mit einer Smartwatch vergleichen. Man vergleicht ja auch keinen Bordeaux mit Coca-Cola. Aber beide haben ihre Berechtigung und ihre Kundschaft.

Trägt man klassische Uhren nur noch, um zu protzen?

Mit einer Uhr gibt man sicher ein Statement ab. Daher gibt es viele unterschiedliche Marken mit verschiedenen Aussagen: Je nachdem wählt man eine protzige, schlichte, eine elegante, sportliche oder eine coole Marke wie Breitling.

Mit der neuen Boutique im Jelmoli ist Breitling nun auch im Warenhaus erhältlich. Nimmt das der Uhr nicht die Exklusivität?

Es geht uns mit dem neuen Konzept um ein modernes Auftreten. Die Uhrenbranche ist eher traditionell. Wir führen die Kunden mit unserer innovativen Boutique mit Bistro und Bar auf eine informelle Art und Weise an die Marke heran. Hier im Jelmoli ist alles offen: Kunden können beim Vorbeigehen völlig unverbindlich reinschauen und ebenso unverbindlich einen Kaffee trinken. Im Gegensatz zu einer exklusiven Boutique an der Zürcher Bahnhofstrasse gibt es hier keine Eintrittshürden.

Steigen Sie auch in den boomenden Markt mit Secondhand-Uhren ein?

Dieser Markt ist rund zehnmal grösser als der Markt mit neuen Uhren. In den USA arbeiten wir in diesem Bereich bereits mit etlichen Partnern zusammen. Dieses Geschäft wollen wir weiter ausbauen. Auch in Europa wird der Secondhand-Markt grösser werden.

Letztes Jahr feierten Sie den Markteintritt in China. Macht der Handelsstreit zwischen der Volksrepublik und den USA nun einen Strich durch die Rechnung?

In der Luxusgüterbranche braucht es grundsätzlich ein positives Umfeld. Alles, was dieses einschränkt, wie Naturkatastrophen, Krieg, Attentate oder eben ein Handelsstreit, ist für uns nicht förderlich. Auch wenn man die Mittel hat, verschiebt man gewisse Anschaffungen bei negativen Ereignissen.

Ein Markenbotschafter von Breitling ist Brad Pitt. Haben Sie seine Nummer in ihrem Handy gespeichert?

Das habe ich.

Rufen Sie ihn auch ab und zu an?

Ja, wir sind immer wieder mal im Austausch.

Pitt und Charlize Theron sollen sich bei einem Werbedreh für Breitling nähergekommen sein. Breitling als Kuppler – sind sie stolz darauf?

Das kommentiere ich nicht. Ich wünsche aber allen Beteiligten Glück und Freude.

Sind Sie in Ihrer Position nur noch von schönen Menschen und schönen Dingen umgeben?

Man entwickelt sicher ein Gefühl für Qualität, Lebensgefühl und teure Produkte. Ein schönes Leben muss aber nicht teuer sein. Mit Geschmack kann man vieles machen, ohne dass es viel Geld kostet. Im Leben geht es um das Savoir-vivre, also um das Wissen, wie man zu leben hat. Das hat nicht unbedingt mit Geld zu tun.

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