17.07.2019 03:07

Drogen gefunden

Brände erleichtern Polizei die Arbeit

Am Montag wurde in Niederbüren SG, beim Löschen eines Brandes, eine Indoor-Hanfanlage entdeckt. Immer wieder landet die Polizei solche Glückstreffer.

von
juu
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Durch einen Passanten wurde am Montagabend (15.07.2019) gegen 21.10 Uhr Rauch aus dem Einfamilienhaus in der Nellen in Niederbüren SG gemeldet. Im obersten Stock konnte die Feuerwehr den Brandherd lokalisieren und löschen.

Durch einen Passanten wurde am Montagabend (15.07.2019) gegen 21.10 Uhr Rauch aus dem Einfamilienhaus in der Nellen in Niederbüren SG gemeldet. Im obersten Stock konnte die Feuerwehr den Brandherd lokalisieren und löschen.

Kapo SG
Wegen allfälliger Glutnester musste ein Boden aufgebrochen werden.

Wegen allfälliger Glutnester musste ein Boden aufgebrochen werden.

Kapo SG
Auf der selben Etage wurde eine professionelle Indoor-Hanfanlage festgestellt.

Auf der selben Etage wurde eine professionelle Indoor-Hanfanlage festgestellt.

Kapo SG

Am Montagabend gegen 21.10 Uhr meldeten Passanten Rauch aus einem Einfamilienhaus in der Nellen. Die Feuerwehr konnte den Brandherd im obersten Stock lokalisieren und löschen. Wegen allfälliger Glutnester musste ein Boden aufgebrochen werden. Auf der selben Etage wurde eine professionelle Indoor-Hanfanlage festgestellt. Bei der Durchsuchung des Hauses und der Nebengebäude wurden über 150 Hanfpflanzen entdeckt.

Was genau den Brand verursacht hat, kann man laut Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, noch nicht sagen. «Es könnte aber einen Zusammenhang mit der Elektrik, die für eine solche Einrichtung benötigt wird, geben.» Der 38-jährige Schweizer Hausmieter wurde festgenommen.

Kein Einzelfall

Erst vor einigen Wochen brach in einem Mehrfamilienhaus in Stolberg (D) ein Brand aus. Bei den anschliessenden Löscharbeiten entdeckte die Feuerwehr mehrere hundert Cannabis-Pflanzen in der Dachgeschosswohnung. Nach ersten Erkenntnissen der örtlichen Polizei, ist die Brandursache auf einen Fehler in der Elektrik der umfangreichen Zucht der Rauschgiftpflanzen zurückzuführen.

Laut Krüsi kommt es auch in der Schweiz immer wieder zu vergleichbaren Vorfällen. So etwa im Juli 2016, als die Feuerwehr in Lommis TG, nach dem Löschen eines im Dachgeschoss ausgebrochenem Brandes, eine Indoor-Anlage bemerkte. Darin befanden sich mehrere hundert Hanfpflanzen.

Bereits im Dezember 2010 spielten sich ähnliche Szenen ab, als bei einem Grossbrand in Teufen AR gleich zwei Indoor-Hanfplantagen ans Licht kamen. Während an der Scheune Totalschaden entstand, blieben die Pflänzchen fast unversehrt.

«Opfer» hatte mehrere Kilo Kokain in Wohnung

Doch nicht immer hat die Polizei das Glück, dass sie durch einen Brand direkt zu den Hanfpflanzen geführt wird: «Im Normalfall gehen wir Hinweisen nach und tätigen Ermittlungen», sagt Krüsi. Bei den Ermittlungen würde man beispielsweise einem Konsumenten folgen, um an die Quelle zu gelangen. Und auch Zufallsfunde würden nicht selten vorkommen. «Das passiert zum Beispiel, wenn wir im Zuge einer Hausdurchsuchung oder bei einem Notruf wegen häuslicher Gewalt auf die Rausch-/Betäubungsmittel aufmerksam werden», erklärt der Mediensprecher.

Das ist unter anderem am 17. April 2019 passiert. Nachdem eine Frau gegenüber der Kantonspolizei St. Gallen angab, in ihrer Wohnung in St. Gallen von zwei Männern überfallen worden zu sein, wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Bei dieser konnten mehrere Kilogramm mutmassliches Kokain sichergestellt werden. Die Wohnungsmieterin wurde festgenommen.

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