Brjansk : Brände in russischen Öl-Depots - steckt ukrainische Sabotage dahinter?

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Brjansk Brände in russischen Öl-Depots - steckt ukrainische Sabotage dahinter?

Gut 150 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, steht im russischen Brjansk ein Öldepot in Flammen. Derlei Zwischenfälle scheinen sich in Russland zu häufen.

Dicke Rauchwolken über den beiden Öl-Depots in Brjansk. 

Dicke Rauchwolken über den beiden Öl-Depots in Brjansk. 

NATALYA KRUTOVA VIA REUTERS

Nahe der ukrainischen Grenze sind im russischen Brjansk in der Nacht auf Montag zwei Grossbrände in zwei Öl-Depots ausgebrochen. Betroffen waren eine zivile Anlage mit 10’000 Tonnen sowie ein militärisches Depot mit 5000 Tonnen Treibstoff. Informationen über die Ursache gibt es bislang keine.

Eine in den Sozialen Medien veröffentlichte Aufnahme einer Überwachungskamera legt nahe, dass zwei taktische ballistische Rakete vom Typ Tochka-U oder aber Drohnen die Depots getroffen haben könnten.

«Als ob etwas durch die Luft fliegt»

«Es hört sich so an, als ob etwas durch die Luft fliegt, bevor die Explosion erfolgt», sagte der britische Militäranalyst Rob Lee.

Er schliesst einen ukrainischen Sabotage-Akt nicht aus, zumal es sich um zwei getrennte Standorte unweit der Grenze handle. Ziel wären in dem Fall wohl ein Unterbruch der Treibstoffversorgung des russischen Militärs.

Sabotage oder Unfälle? 

Fakt ist: In Russland häufen sich derlei Vorfälle: Anfang April ging ein Öllager im russischen Belgorod in Flammen auf, gut 50 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Letzte Woche brannte das Militärinstitut für Raketenforschung in Twer – dort wurden das für Russland strategisch wichtige Raketensystem »Iskander-M« entwickelt. Dazu machen in den Sozialen Medien Fotos und Berichte von beschädigten Bahnschienen und entgleisten Güterzügen die Runde.

«Es gab in Russland eine Reihe von zerstörerischen Zwischenfällen an wichtigen militärischen und strategischen Standorten», bestätigt Sicherheitsanalyst Shashank Joshi gegenüber 20 Minuten. «Aber um daraus irgendetwas zu interpretieren, müssten wir ein besseres Bild über die Häufigkeit solcher Unfälle in einer Gesellschaft haben, in der Korruption weit verbreitet ist und die Wartungsstandards möglicherweise schlecht sind.»

Sand und Schlamm

Russland hat Ermittlungen zur Brandursache angekündigt. Derweil scheinen die Feuer auch jetzt noch mit unverminderter Intensität zu brennen.

Beobachter sind sich einig. dass sie nur durch Sand und Schlamm erstickt werden könnten und dass es wohl noch bis zu 24 Stunden weiter brennen dürfte.

Eins der Öllager soll der Ölgesellschaft Transneft Druschba gehören.  Transneft-Druschba ist ein Tochterunternehmen der staatlichen Firma Transneft, die eine Ölpipeline nach Europa – «Druschba» («Freundschaft») betreibt. Es ist noch nicht klar, ob das Depot Teil der Infrastruktur der Leitung ist und das Feuer sich auf deren Kapazität auswirkt.

In Öllagern im Westen Russlands sind am Montag nach amtlichen Angaben Feuer ausgebrochen. Das Ministerium für Notfälle teilte mit, ein Grossbrand habe ein Depot von Transneft-Druschba in der Stadt Brjansk erfasst. Über die Ursache gab es zunächst keine Informationen. Transneft-Druschba ist ein Tochterunternehmen der staatlichen Firma Transneft, die eine Ölpipeline nach Europa – «Druschba» («Freundschaft») betreibt. Es war nicht klar, ob das Depot Teil der Infrastruktur der Leitung ist und das Feuer sich auf deren Kapazität auswirkt.

(gux)

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