Waldbrände in der Südschweiz: Brand im Misox hat sich ausgedehnt – A13 geöffnet
Aktualisiert

Waldbrände in der SüdschweizBrand im Misox hat sich ausgedehnt – A13 geöffnet

Die Waldbrände in Graubünden und im Tessin sind weitgehend eingedämmt. Insgesamt zehn Helikopter stehen im Einsatz. Der Verkehr im Misox kommt wieder in Fahrt.

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pat/mch

Fünf Super Pumas der Armee kämpfen gegen die Flammen. (Video: Tamedia/20 Minuten)

Im Misox hat sich der Waldbrand am Mittwoch trotz sechs Löschhelikoptern stark ausgedehnt. Die brennende Fläche wuchs im Laufe des Mittwochs von knapp 20 Fussballfeldern auf rund 100 Fussballfelder an. Dennoch konnten die Behörden die A13 und die H13 wieder für den Verkehr freigeben.

Der Brand sei unter Kontrolle, sagte der Sprecher der Kantonspolizei Graubünden, Roman Rüegg, auf Anfrage von 20 Minuten. Dem widersprach ein SRF-Reporter vor Ort in der «Tagesschau»-Hauptausgabe: Die Feuer seien «weitgehend eingedämmt, aber nicht unter Kontrolle».

Am Dienstag waren Waldbrände zwischen Mesocco und Soazza GR im Misox und im Seitental Chironico der Leventina im Tessin ausgebrochen. An beiden Orten mussten Menschen evakuiert werden. Der Brand in der Leventina ist gemäss der Nachrichtenagentur sda unter Kontrolle, obwohl er noch nicht gelöscht ist. Es herrsche Feuerverbot.

Winde fachen Feuer an

Im Misox habe der starke Wind das Feuer in die Höhe und nach Süden getrieben, erklärte Rüegg. Die Einsatzkräfte hätten sich speziell auf den Schutz bewohnter Gebiete konzentriert. Wie sich der Brand während der Nacht entwickeln werde, sei massgeblich eine Frage des Windes.

Brand im Tessin

Auch am 2. Tag ziehen dichte Rauchschaden über das Tessin, wie ein Leser-Reporter-Video zeigt. (28. Dezember 2016)

Vier Personen waren am Dienstagabend in Mesocco aus zwei Wohnhäusern evakuiert worden. Verletzt wurde niemand. Über die Brandursache herrscht noch keine Klarheit.

Waldbrand Soazza TI
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Die Löschhelikopter sind weiter im Einsatz, um zu verhindern, dass sich die Brände wieder ausbreiten: Bild aus Lostallo / Soazza.

Die Löschhelikopter sind weiter im Einsatz, um zu verhindern, dass sich die Brände wieder ausbreiten: Bild aus Lostallo / Soazza.

kein Anbieter/Kantonspolizei Graubünden
Am Mittwochabend ist ein weiterer Brand ausgebrochen: Die Flammen nördlich des Dorfes Braggio im Calancatal. (28. Dezember 2016) Bild: Screenshot RSI

Am Mittwochabend ist ein weiterer Brand ausgebrochen: Die Flammen nördlich des Dorfes Braggio im Calancatal. (28. Dezember 2016) Bild: Screenshot RSI

kein Anbieter
Im Misox hat sich der Waldbrand am Mittwoch trotz sechs Löschhelikoptern stark ausgedehnt: Ein Löschhelikopter in der Nähe von Mesocco. (28. Dezember 2016)

Im Misox hat sich der Waldbrand am Mittwoch trotz sechs Löschhelikoptern stark ausgedehnt: Ein Löschhelikopter in der Nähe von Mesocco. (28. Dezember 2016)

Keystone/Gabriele Putzu/Ti-Press

Seit dem Mittwochmorgen fliegen mehrere Löschhelikopter. Im Misox stehen drei Super Pumas der Schweizer Armee und drei Helikopter von zivilen Gesellschaften im Einsatz. Im Tessin flogen zwei Super Pumas der Armee sowie zwei weitere Helikopter Löscheinsätze.

Wie das Verteidigungsdepartement VBS mitteilte, wurden über den Brandgebieten Flugsperrzonen errichtet.

Bereits in der Nacht auf Mittwoch sind Löschbecken errichtet worden, damit die Helikopter möglichst rasch beladen werden können. Laut einem SRF-Reporter vor Ort rechnet der Einsatzstab aber damit, dass der Brand auch noch morgen oder sogar übermorgen bekämpft werden muss.

Im Misox betrage die Distanz des Brandherds zu den beiden Dörfern Mesocco und Soazza weiterhin je rund 500 Meter, so die Kantonspolizei Graubünden. Je nach Lage könnte es trotzdem noch zu weiteren Evakuationen oder Strassensperrungen kommen.

Das Gelände ist teils nur schlecht zugänglich, was die Löscharbeiten erschwert. Auch der Wind macht den Feuerwehren das Leben schwer. Es blase ein starker Nordföhn mit Windgeschwindigkeiten von 60 Kilometern pro Stunde, wie MeteoSchweiz mitteilt. Ein Nachlassen des Windes wird am Mittwochabend erwartet.

Im Misox herrscht zudem grosse Trockenheit. Das letzte Mal regnete es im Bündner Südtal am 25. November. Es war der Abschluss einer einwöchigen Regenperiode, wie es am Mittwoch bei MeteoSchweiz auf Anfrage der sda hiess. Gemäss Prognosen von MeteoSchweiz ist der nächste Niederschlag erst in fünf Tagen angesagt, am 2. Januar. Mit grossen Mengen ist allerdings nicht zu rechnen. (pat/mch/sda)

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