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Brand in Pariser Armenquartier - 7 Tote

Bei einem Brand in einem von Afrikanern besetzten Haus sind in der Nacht zum Dienstag in Paris sieben Menschen ums Leben gekommen. Drei weitere seien schwer und elf leicht verletzt worden.

Ein Kind erlag nach einem Sprung aus dem Fenster seinen Verletzungen. Ausserdem fand die Feuerwehr sechs Leichen in dem baufälligen Haus, dies obwohl die 120 Feuerwehrleute mit 30 Löschfahrzeugen den Brand bereits nach anderthalb Stunden unter Kontrolle gebracht hatten.

Unter den Verletzten waren auch fünf Feuerwehrleute. Das fünfstöckige Gebäude im Marais im Herzen der Stadt wurde nach Angaben der Behörden von zwölf Familien aus der Elfenbeinküste illegal bewohnt. Dies waren insgesamt etwa 40 Menschen.

Der Brand brach gegen 22.00 Uhr aus ungeklärter Ursache aus. Menschen seien aus dem Fenster gesprungen, sagte Bambaya Coumba, der bei seiner Heimkehr am Abend den Brand entdeckt hatte.

Unter «inakzeptablen Bedingungen» gehaust

Bezirksbürgermeister Pierre Aidenbaum versicherte, das Haus habe vor der Renovierung gestanden. Die Hausbesetzer hätten im September umquartiert werden sollen. «Diese Menschen lebten in inakzeptablen und gefährlichen Umständen», sagte er dem Radiosender France Info.

Die Organisation Recht auf Wohnung (DAL) kündigte für Samstag eine Demonstration zugunsten von Menschen in Elendsunterkünften an. Die französische Regierung war nach mehreren Bränden wegen des Mangels an Sozialwohnungen in die Kritik geraten.

Brandserie

Erst am vergangenen Freitag waren bei einem Feuer in einer Unterkunft für afrikanische Einwanderer in Paris 17 Afrikaner ums Leben gekommen, darunter 14 Kinder. Und im April hatten durch einen nächtlichen Brand im Hotel «Paris-Opéra» 24 Menschen - ebenfalls zumeist Einwanderer - ihr Leben verloren.

In Paris lebende tausende Einwanderer und arme Familien in heruntergekommenen Hotels und Gebäuden. Nach Angaben der Stadt waren im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Menschen auf der Suche nach einer Sozialwohnung.

(sda)

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